„Der beste Augenblick ist verpaßt,“ rief Wassil wütend. „Aber nun werden wir andere Hafenstädte heimsuchen. Und die müssen bezahlen oder sie werden beschossen und geplündert.“
Vorerst aber fuhren die Schiffe in die hohe See hinaus, indem sie eine südwestliche Richtung einschlugen.
Sie wollten dadurch etwaigen Verfolgern entgehen, denn es war zweifellos, daß die Kriegsschiffe des Geschwaders nach den Meuterern suchten.
Der Mut der Männer stieg aber als sie nirgends ein solches Schiff sahen.
Matuschewsko kam jetzt auf das Transportschiff herüber.
„Ich glaube kaum, daß wir eine Verfolgung zu befürchten haben,“ sprach der Unhold, als ihn seine Gefährten mit Fragen überhäuften. „Wohl haben sich die Besatzungen der anderen Schiffe der Meuterei nicht angeschlossen, aber sie werden auch nicht feindlich gegen uns vorgehen. Sie sympathisieren mit uns, sie haben sogar Hurra geschrieen, als wir mit der roten Flagge von dannen fuhren. Sie werden ihren Offizieren auf keinen Fall gehorchen.“
„Desto besser,“ schmunzelte Orloff, dessen gute Laune allmählich zurückkehrte. „Desto besser, dann werden wir zunächst unbefestigte Hafenstädte aufsuchen und dort rauben und plündern, daß es eine Lust ist.“
„Da sind die Leute dabei,“ erwiderte Matuschewsko. „Wenn sie nur erst warm geworden sind, dann geht es schon, vor allen Dingen müssen sie tüchtig Branntwein trinken. Wir fahren jetzt auf die hohe See hinaus, sodaß niemand weiß, wo wir uns befinden. Dann fallen wir plötzlich aus dem Hinterhalt über eine Stadt her, wo man unser Nahen am wenigsten vermutet.“
Um Mittag waren die Schiffe schon wieder außer Sicht von Odessa, sie sahen von der Küste nichts weiter als einen fernen grauen Streifen.
Der Himmel war noch immer dick und schwer mit Wolken behangen. Der Regen aber hatte aufgehört, nur die Wolken hingen noch wie schwarze Leichentücher am Himmel.