Man fragte, ob irgend ein Unglück geschehen sei, ob der Ballon beschädigt wäre, aber die beiden Luftschiffer gaben ausweichende Antwort.
Sie hatten nur einen Gedanken, sie wollten so schnell als möglich nach Paris zurück und dort die unheimliche Begegnung melden, sie wollten genau berichten, was sie da oben über den Wolken gesehen hatten.
Die beiden Herren ließen sich kaum Zeit, für die Verpackung des Ballons zu sorgen. Nachdem sie Order gegeben, den zusammengepackten Ballon nach Paris zu befördern, fuhren sie so schnell wie möglich zur nächsten Bahnstation und erreichten bald Paris, wo ihr plötzliches Erscheinen das größte Staunen erregte.
In dieses Staunen mischte sich Aerger, denn viele hatten gerade auf diesen Ballon gewettet, sie waren überzeugt gewesen, daß dieses mächtige Luftschiff mit einer Segelvorrichtung alle anderen Konkurrenten besiegen würde.
Man sparte nicht einmal mit Vorwürfen, alle wollten den Grund wissen, warum der Ballon die Weiterfahrt aufgegeben hatte, aber die Neugier wurde nicht gestillt, dagegen eilten die beiden Luftschiffer nach dem Ballondepot, in welchem sich auch die militärischen Ballons und einige sogenannte lenkbare Luftschiffe befanden.
Auch hier erregte das Erscheinen der beiden Männer das höchste Erstaunen und bedenkliches Kopfschütteln, das sich aber noch steigerte, als die beiden so schnell Zurückgekehrten dem Komitee, zu dem auch einige Offiziere gehörten, ihr sonderbares Erlebnis mitteilten.
Schweigend hörte man sie an, dann wechselte man verständnisvolle Blicke und nachher malte sich Unglauben in aller Mienen.
„Meine Herren,“ sprach endlich ein alter Offizier mit silberweißem Haupthaar, dem man den altgedienten Militär auf hundert Schritte ansah und dessen Knopfloch die bunten Bänder verschiedener Orden zierten. „Meine Herren, Sie haben uns soeben eine Wundergeschichte erzählt, höchst wahrscheinlich, um das vollständig unbegreiflich frühe Unterbrechen Ihrer Reise zu erklären. Aber ich meine, da hätte sich doch eine andere glaubhaftere Ausrede finden lassen. Sie sind ja beide erfahrene Luftschiffer, aber nehmen Sie es mir nicht übel, diese Erzählung halte ich für ein Märchen!“
Der junge Offizier wollte eine heftige Antwort geben, aber sein älterer Gefährte hielt ihn zurück.
„Ich bin seit mehr als fünfzehn Jahren Luftschiffer,“ erwiderte er nicht ohne Stolz. „Ich habe selbst meine Auffahrten nicht mehr gezählt, mich hat noch niemand in meinem ganzen Leben einer Lüge für fähig gehalten, noch weniger ist es mir möglich, mir als ernstem Forscher Wundergeschichten auszudenken. Daß man in unseren Bericht Zweifel setzen würde, wußte ich von vornherein; aber, er ist dennoch die Wahrheit. Ich habe schon gefährliche Fahrten durchgemacht, aber nie in meinem Leben habe ich ein solches Grauen empfunden wie heute morgen, als wir unvermutet dem unheimlichen Fahrzeug begegneten. Halten Sie unsere Erzählung immerhin für ein Märchen, wir können es nicht ändern. Wir haben weder geträumt, noch phantasiert, das seltsame Fahrzeug ist uns wirklich begegnet, den Maskierten haben wir mit eigenen Augen gesehen. Jetzt mag man uns Lügner schelten, die Zukunft wird unsere Angaben bestätigen müssen!“