„Ja, das ist auch eine bessere Bezeichnung als wie das Ende der Welt,“ erwiderte der Luftpirat mit flüchtigem Lächeln. „Ein Ende gibt es nicht, sondern nur eine Unendlichkeit. Wenn wir die größte Schnelligkeit unseres „Meteor“ aufbieten, wenn wir Millionen Jahre mit Blitzgeschwindigkeit dahinführen, wir würden nie an das Ende der Welt kommen, denn ein solches Ende existiert nicht. Aber unser Ziel liegt ja verhältnismäßig nahe. Es ist der geheimnisvolle, glänzende Planet mit seinen Ringen. Vorwärts, wir müssen weiter. Wir haben schon bei dem Kampfe wiederum Zeit verloren und dem Gegner einen neuen Vorsprung verschafft.“

Wieder begann die Fahrt durch das Endlose, wieder sauste der „Meteor“ den Asteroiden verlassend, mit geradezu entsetzlicher Schnelligkeit in das Reich der Weltenkörper.

Der mächtigste aller Planeten, der Jupiter, war diesmal nicht zu fürchten, denn der stand viele tausende von Meilen entfernt, sodaß seine ungeheure Anziehungskraft dem „Meteor“ keinen Schaden zufügen konnte.

Aber auch den verfolgten Amerikanern mußte dieser Umstand zu statten gekommen sein, sie waren ja dem Weltenfahrzeug voraus, sie befanden sich auf der Fahrt nach dem Saturn. Man mußte sie einholen, um jeden Preis.

Es ging um die Existenz, das wußte jedermann an Bord des Weltenfahrzeuges, jeder verstand, weshalb Mors die Schnelligkeit seines Wunderwerkes diesmal bis zum Äußersten anstrengte. Das war kein Fahren mehr, das war ein Lauf mit dem Tode.

Vor dem „Meteor“ lag das Ziel, welches sich mit jeder Stunde zu vergrößern schien. Ein wunderbares Ziel, denn es war jener Planet, der durch seine eigentümlichen Anhängsel von jeher die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich gezogen. Es war der Saturn mit seinen Ringen.

Dieser kolossale Weltkörper war jetzt schon für das bloße Auge ins Riesige gewachsen. Wunderbar war sein Anblick, und die seltsame Erscheinung des Ringplaneten wurde noch durch die acht Monde vermehrt, die den Giganten umschwebten.

Mors hielt jetzt mehrere ernste Beratungen mit dem Astronomen ab und zwar Beratungen, die sich auf die Begegnung mit dem Riesenplaneten bezogen.

„Dort treffen wir die beiden amerikanischen Fahrzeuge,“ setzte Mors hinzu, als er seine Bedenken geäußert. „Jetzt fragt es sich nur, wo wir landen. Es ist ja möglich, daß der Kampf, der uns bevorsteht, vielleicht auf seinen Ringen, möglicherweise sogar auf seinen Monden ausgefochten wird. Da fragt es sich, wo wir landen. Wir haben es mit Gegnern zu tun, die rücksichtslos unseren Untergang herbeizuführen suchen. Es wird ein Kampf auf Leben und Tod; folglich müssen wir wenigstens von den Gefahren, die uns in dieser unbekannten Welt drohen, verschont bleiben. Ich verlasse mich hier auf Ihren bewährten Rat, der mir schon oft die größten Dienste leistete.“

„Dann möchte ich raten, daß wir einen der Saturn-Monde aufsuchen,“ entgegnete der Professor, der diese Frage erwartet hatte. „Nach den Beobachtungen, die man seit vielen Jahren auf der Erde angestellt hat, zu denen auch meine Forschungen hinzukommen, muß sich der Saturn in einem Zustand befinden, der eine Landung absolut nicht gestattet. Seine Masse besitzt noch nicht einmal die Dichtigkeit des irdischen Wassers, die Riesenkugel besteht aus einem Chaos, aus einer Masse, die allerdings noch dichter ist als das Gas, aber noch nicht einmal die Tragfähigkeit des Wassers erreicht. Wollten wir auf der Saturnkugel landen, müßten wir mit unserem „Meteor“ ins Bodenlose versinken. Dagegen sind die Monde sicherlich in einem anderen Zustande, obgleich auch bei ihnen noch manche Verschiedenheit von dem irdischen Mond vorhanden sein dürfte. Es ist auch möglich, daß auf den Ringen gelandet werden kann, wenn diese, wie einige Beobachter behaupten, aus einer Unmenge neben einander dahinrollender winziger Weltkörper bestehen. Aber das müßte man erst untersuchen.“