Ingenieur Reymond war gewiß kein Feigling, er gewann bald seine Selbstbeherrschung wieder.

Er betrachtete den berühmten Mann, von dem die Welt so viel erzählte, mit einem Gemisch von heimlichem Grauen und Bewunderung.

Rasch war eine Lampe entzündet und der Ingenieur nahm seinem unheimlichen Besucher gegenüber Platz.

„Ich will mich kurz fassen,“ begann er. „Genug, ich bin der technische Leiter eines riesigen Etablissements, welches Maschinenteile liefert. Dort erschienen vor einiger Zeit ein paar Männer, die ich für Amerikaner halte. Sie machten verschiedene Bestellungen und sprachen hauptsächlich mit dem zweiten Leiter der Fabrik, ich hatte zu jener Zeit eine andere, sehr wichtige Arbeit vor und achtete wenig auf die Fremdlinge. Erst durch einen Zufall wurde mein Verdacht rege, nämlich, als ich von meinem Kollegen erfuhr, daß an die fremden Herren Maschinenteile abgeliefert wären, über deren Verwendung man sich gar keinen Begriff machen könnte. Unglücklicherweise war der Auftrag schon ausgeführt und der Rest der Bestellung abgeliefert, ohne daß ich es zu verhindern vermochte. Nun, ich will wenig Worte machen, Kapitän Mors. Jene Fremden, die übrigens über bedeutende Summen verfügten, haben zweifellos einige Weltenfahrzeuge hergestellt, welche möglicherweise dem wunderbaren Fahrzeug ähneln, mit welchem Sie durch die Weltenräume kreuzen.“

„Ihre Ausführungen setzen mich in einige Verwunderung,“ erwiderte Mors, nachdem er einen Augenblick nachgesonnen. „Indessen lassen sich ja wenige Geheimnisse bewahren, und so mag es schon sein, daß hier und da etwas von meinem Weltenfahrzeug bekannt wurde, ganz so, wie ja auch mein Luftschiff von vielen gesehen, betrachtet, von einigen sogar photographiert wurde. Aber das alles überzeugt mich noch nicht, ob der Welt auch wirklich Gefahr droht. Angenommen, jene Fremden hätten in der Tat einige Weltenfahrzeuge hergerichtet, was könnte das der Erde für Schaden bringen?“

„Jetzt kommt die Hauptsache,“ erwiderte Ingenieur Reymond. „Deshalb habe ich ja auch meinen Hilferuf in der Zeitung erlassen. Nachdem ich Verdacht geschöpft, spürte ich den Fremden nach und es gelang mir eines Abends durch List, über die ich hier nicht näher sprechen will, die Fremden zu belauschen. Genug, ich verbarg mich in ihrer Nähe und hörte ihren Gesprächen zu, die mich mit Entsetzen erfüllten. Diese gefährlichen Männer wollen eine geradezu grauenvolle Katastrophe herbeiführen und sich dadurch zu Herren der Erde machen. Der eine dieser Unmenschen meinte, die Erde sei viel zu stark bevölkert und es würde gar nicht schaden, wenn die Hälfte der Menschheit vernichtet würde. Hierauf wollte er mit seinem Kumpan eine Tyrannenherrschaft über das Weltall ausüben.“

„So, so,“ meinte Mors. „Darüber möchte ich noch einige Fragen stellen. Zunächst, war es Ihnen, mein Herr, denn nicht möglich, diese gefährlichen Menschen verhaften zu lassen?“

„Nein,“ erwiderte Reymond. „Ich war allein, ein unglücklicher Zufall wollte es, daß sie mich entdeckten. Sie verfolgten mich sofort und hätten sie mich eingeholt, so wäre ich zweifellos ermordet worden. So aber stürzte ich mich in den Fluß und da ich ein ausgezeichneter Schwimmer bin, hielt ich mich lange genug unter Wasser, während sie überall herumsuchten. Sie glaubten, ich sei ertrunken. Glücklicherweise haben sie mich nicht erkannt, denn sonst gehörte ich längst zu den Toten. Wenn sie aber jenes Inserat in der Zeitung gelesen haben, kommen sie auf die Spur. Deshalb habe ich auch, um mich zu schützen, Vorsichtsmaßregeln getroffen und wohne hier in diesem unzugänglichen Gebäude, hoffend, daß ich von Ihnen eine Nachricht erhalten würde. Statt dessen kommen Sie selbst und das ist umso besser.“

Mors überlegte noch einen Augenblick.

„Herr Reymond,“ sprach er dann in seiner gewinnenden Art und Weise. „Ich glaube bestimmt, daß jene Unholde das Inserat gelesen haben und daß sie Ihnen möglicherweise nach dem Leben trachten. Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Wollen Sie mit mir gehen? Wollen Sie meine Heimat aufsuchen, die geheimnisvolle Insel, die ich bewohne, den Ort, wo Ihnen kein Mörder nahen dürfte? Dort sind Sie sicher.“