Es gab noch zuverlässige Leute genug, auf die man sich unbedingt verlassen konnte, vor allen Dingen auf die Schloßwache, eine aus altgedienten Soldaten bestehende Leibgarde.

Es waren erprobte Männer, tapfer, entschlossen, jeden Augenblick bereit, ihren letzten Blutstropfen für das Herrscherhaus und dessen Angehörige herzugeben.

Der Prinz beorderte diese Leibwache bei eintretender Nacht in den Schloßpark und wies den Bewaffneten selbst die Verstecke, in denen sie die Entwicklung der Dinge abwarten sollten.

In kürzester Frist hatte sich jeder der Männer ein Versteck ausgesucht, und nun schien der Schloßpark so einsam und verlassen zu sein wie sonst in der Nacht. Nirgends sah man einen Menschen.

Auch der Prinz und der Herrscher hüllten sich in ihre Mäntel und suchten sich einen Platz aus, wo sie vielleicht fünfzig Schritte vom Pavillon stehend, die Umgebung beobachten konnten.

Zu sehen war freilich nicht viel. Die Umgebung des Pavillons war kaum in ihren Umrissen zu unterscheiden. Die dichten Wolkenmassen, welche den Himmel schon seit Wochen verhüllten, brachten große Dunkelheit zu Wege.

Allerdings war ein Teil der Bewaffneten mit elektrischen Laternen versehen, aber diese sollten erst in Funktion gesetzt werden, wenn es nötig wurde.

Noch war alles still, aber mit einem Male faßte der Prinz den Arm des Herrschers. Man vernahm verworrene Geräusche unter der Erde. Man hörte Schreie, dann etwas wie einen dumpfen Knall, der sich mehrmals wiederholte. Jetzt wurde das Geräusch deutlicher, und mit einem Male klang es vom Pavillon her. Dort wurde es lebendig. Man hörte ein Knicken und Knacken in den Gebüschen und es schien dem Herrscher, als ob dunkle Gestalten zum Vorschein kämen. Unmittelbar darauf wurde es hell.

Die Lichtstrahlen glichen der grellen Beleuchtung eines Scheinwerfers und irrten nach allen Richtungen in die Runde. Dieser Lichtschein beleuchtete bewaffnete Männer, die in großer Hast durch die Büsche rannten.

„Haltet sie fest,“ schallte plötzlich eine mächtige Stimme, die dem Herrscher sofort bekannt schien. „Laßt keinen entrinnen. Sie haben Böses im Sinne. Haltet sie fest und wenn sie Widerstand leisten, so macht sie nieder.“