Hie endet sich das Buch und die Historia von dem Peter, der ein Sohn gewesen des Grafen von Provincia, und der Schönen Magelona, die da ist gewesen ein Tochter des Königs zu Neapel.
Nachwort
Das Motiv des Magelona-Romans ist orientalischen Ursprungs und auch aus einer Erzählung der Tausend und einen Nächte bekannt. Wahrscheinlich ist es auf dem Wege mündlicher Tradition aus den sarazenischen Siedelungen am Nordrand des Mittelmeers in Südfrankreich eingedrungen und dann nordwärts gewandert. Noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde es als Märchen aus dem Volksmund aufgezeichnet[A].
Ob der Geschichte in der vorliegenden Gestalt eine langsame Entwicklung voraus ging, ist unbekannt. Dem ersten Lyoner Druck von 1480 gehen nur einige, wenige Jahre ältere Handschriften vorauf. Die Geschichte datiert sich selbst aus dem Jahr 1453; und aus demselben Satz des Eingangs glaubt man, auf eine ältere, wohl provenzalische Form zurückschließen zu dürfen.
Veit Warbeck, der Verdeutscher der Magelona, war ein Schwabe, bürgerlichen Herkommens, hatte mehrere Jahre an der Pariser Hochschule studiert und war mit französischer Art und Literatur wohl vertraut geworden. Als Prinzenerzieher und vielgewandter Diplomat stand er in kursächsischen Diensten und wußte sich in einer Zeit, als bei den mitteldeutschen Fürstenhäusern politische und verwandtschaftliche Beziehungen nach Frankreich sich anknüpften, gut geschätzt zu machen. Die Magelona übersetzte er wahrscheinlich zum Vergnügen seines Landesherrn, für den er auch eine ziemliche französische Bücherei zusammenbrachte. Erst 1535, nach dem Tode seines Freundes, ließ Spalatin die Magelona mit einer Vorrede drucken „zu Augsburg, durch Heinrich Steiner“. Für die Verbreitung des Romans in Deutschland zeugen, neben den zahlreichen Drucken, viele Erwähnungen bei den Schriftstellern des 16. Jahrhunderts. Schon 1539 hat ein Ungenannter die Magelona dramatisiert, Hans Sachs bearbeitete sie in Jahresfrist dreimal, und der Frankfurter Buchführer Michael Harder verkaufte von dem Buch in einer Fastenmesse 176 Stück.
Dieser Ausgabe liegt die Originalhandschrift Warbecks vom Jahre 1527 zugrunde, welche Johannes Bolte 1894 zu Weimar herausgegeben hat. Bei den geringen Umgestaltungen, die dieser Text erfahren hat, wurde der Nürnberger Druck von 1744 (Bolte Nr. 23) mit zu Rate gezogen.
Die Holzschnitte sind einem Leipziger Druck von 1598 (Bolte Nr. 15) entnommen. Sie wurden später immer wieder verwandt und stehen noch, recht abgebraucht oder durch schlechte Kopien (für verlorene Stöcke) ergänzt, in den Nürnberger Drucken von 1678 und 1744. Da aber auch die Leipziger Ausgabe die Ordnung schon verwirrt hat, muß man einen ihr vorausgehenden, heute verlorenen Druck annehmen. Sie mögen zuerst um 1580 in einem Frankfurter Druck für Feyrabend oder Jobin gestanden haben. Etliche Stöcke tragen das Zeichen des um diese Zeit für Frankfurter Verleger tätigen Tobias Stimmer. Die früheren Einzeldrucke der Magelona sind mit Holzschnitten aus anderen Büchern illustriert.