Wenn dein Rucksack leer ist und auch dein Magen, so bitte deinen Gefährten um nichts. Wenn er es nicht von selber merkt, dann gibt er nur ungern. Und so lange muß dein Stolz über deinem Magen sein.
Die Teilnahme am Wohl und Wehe seines Wanderkameraden ist ein schöner Zug. Wenn du aber doch durch ein unerbetenes Herumsausen für die anderen, und weil du »so gerne Dienste leistest«, schließlich selber dein Eigenes vergißt und der ganzen Horde zur Last fällst, dann gehört das zum Altruismus, das ein Laster ist.
Nur nicht immer erziehen wollen beim Wandern in Horden. Es ist schon manchem guten, aber schwerfälligen Burschen das Wandern verleidet worden, weil jeder ihn »erziehen« wollte.
Aber es gibt Muttersöhnchen, Jüngelchen und Brüder voller süßlicher Tücke, die eine ganze Schar von fröhlichen fahrenden Gesellen untereinandermachen und mit den auserlesensten Tricks alle hintereinanderhetzen können.
Ich bin grundsätzlich gegen alle Gewalttätigkeiten, aber da bedarf es nachträglicher Kinderstube: wenn die zwei Gesellen mit den treuesten Herzen, aber auch mit den kräftigsten Armen solch einen Knaben hinter einem großen Busch einmal nach alter guter Sitte – »erziehen«, dann geschehen oft Zeichen und Wunder! Vornehmer aber ist es auf jeden Fall, einen solchen »Unmöglichen« mit dem nötigen Reisegeld versehen postwendend nach Hause zu schicken.
Wenn du die Berge liebst, so rede nie über ihre Höhe; wenn du die Wolken liebst, so klage nicht über die Regentage; wenn du die Blumen liebst, so reiße sie nicht bei jeder Gelegenheit ab, um sie nachher wieder wegzuwerfen; und wenn du deine Wanderkameraden liebst, dann sehe nicht auf ihre Torheiten und Schwächen. Sie werden es dir danken und sie desto eher ablegen.