In finsterem Schweigen gingen die beiden von dannen, unter den Truppen aber herrschte nach ihrem Abgange noch eine heftige Erregung. Vor allem aber stand die kleine Reiterabteilung, die Konrad geführt hatte, beisammen, und Stimmen wurden allmählich laut, die da riefen:

»Sind wir schlechter als die Infanterie? – Ist unsere Ehre geringer? – Fort mit Bastian!«

Konrad war die Angelegenheit peinlich – er suchte zu beschwichtigen, aber er goß damit Öl ins Feuer.

Einer der Reiter sagte:

»Verzeihen Sie, Herr Lieutenant, das ist nicht mehr Ihre, sondern unsere Sache. Wenn Sie ihm all das vergeben, was er Ihnen angethan, so mag es dabei sein Bewenden haben, obwohl auch das dem Korps nicht zur Ehre ist. Hier liegt die Sache aber doch noch anders. Wir wissen alle, daß Bastian ein erbärmlicher Feigling ist, der mit einem kleinen Hautritz hinter die Front lief – wir wissen aber noch mehr. Es wird überall davon gesprochen, daß er diese Nacht betrunken gewesen und eine Ordre unrichtig hinterbracht habe, so daß ein ganzes Pikett darüber Gefahr lief, vom Feinde abgeschnitten zu werden, wenn nicht der kommandierende Oberjäger nach besserem Ermessen gehandelt hätte!«

»Ruhig Blut, Kameraden – und keine Übereilung!« mahnte Schmidt abermals; »wo ist der betreffende Oberjäger?«

»Der Förster Walther!« riefen einige Stimmen, und in diesem Augenblicke kam der Genannte, als ob er gerufen worden, herbei.

»Walther!« rief Konrad ihn an – »du sollst Zeugnis geben! Bastian ist angeklagt der Trunkenheit und der Fahrlässigkeit!«

»Daran ist nichts zu deuteln! – Meine ganze Abteilung giebt Zeugnis dafür und keiner ist's, der nicht empört wäre über den Menschen, der schon lange kein ehrlicher Reiter mehr ist!«

»Walther!« rief Schmidt mahnend und bittend; der Alte aber war in Erregung und sagte mit grollender Stimme: