»Ludwig, weißt du, wer das ist? – Bis heute hab' ich dir's verschwiegen, um seines Vaters willen, der hier im Lager bei Wöbbelin liegt – –«

»Walther?!« schrie der andere auf, und Konrad nickte.

»Ja, Walther, unser alter Freund! Jetzt ist die Stunde gekommen, um ihn vielleicht zu gewinnen. Laß uns zuerst sorgen, daß er dem Begräbnis Körners beiwohnt und sieht, wie man treue und brave Helden ehrt. Vielleicht klopft das an sein Herz … und dann will ich ihn zu seinem Vater führen – ich hoffe, der Major hat nichts dagegen.«

Zander war von dieser Neuigkeit erschüttert und drückte zustimmend des Freundes Hand.

Am andern Tage wurden die Gefallenen beerdigt. Auf Bahren von Baumstämmen und Wagenleitern lagen sie, geschmückt mit grünen Reisern und Eichenkränzen, und so trug man sie bei gedämpftem Trommelschall hinüber nach den beiden Eichen, wo die Gräber bereit waren.

In ruhiger, stummer Trauer standen ringsum die schwarzen Gesellen; in jedem Auge schimmerte es feucht. Eine Ehrensalve konnte nicht abgegeben werden wegen der Nähe der Feinde, aber stärker, dumpfer wirbelten die Trommeln, als der Sarg Körners niedergesenkt ward. Dann trat Friesen hervor aus der Schar, die herrliche Siegfriedsgestalt mit dem blonden Gelock um das edle Gesicht, und laut und feierlich sprach er Körners schönes »Gebet vor der Schlacht«:

Vater, ich rufe Dich!

Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze,

Sprühend umzucken mich rasselnde Blitze,

Lenker der Schlachten, ich rufe Dich!