»Schlafen Sie, Kamerad – so eilig werden's die Franzosen wohl nicht haben, an uns heran zu kommen!«

Und der Junge legte sich auf die Seite und war auch vor Ermüdung im nächsten Augenblick eingeschlafen. Den Förster aber trugen seine Gedanken fort zu seinem Sohne. Erst da er ihn wieder hatte von sich gehen lassen, fühlte er, wie seine ganze Liebe zu ihm aufs neue erwachte, und während rings um ihn reges Leben war, saß er in sich gekehrt und still.

Da rief ihn eine Stimme an: »Was träumt Ihr denn, Kamerad?«

Als er aufblickte, sah er einen Offizier, den Lieutenant Staak, vor sich stehen, und wollte sich erheben. Der andere aber ließ sich bei ihm nieder:

»Sitzen bleiben, Kamerad, ein klein wenig Ruhe thut uns allen not!«

Damit saß er breit und behäbig beim Feuer, den Säbel zwischen den Beinen. Er war eine kräftige, starkknochige Erscheinung, von derbem Wesen, aber trefflicher Art.

»Wißt Ihr, Oberjäger Walther, Ihr gefallt mir! Ihr habt so etwas Ehrliches und Grades, wie ich selber, und – hol mich der … – es war mir schon lange, als wenn ich mich um Eure Freundschaft bemühen müßte.«

»Sehr schmeichelhaft, Herr Lieutenant!«

»Ach, laßt den Lieutenant beiseite; ich hab' als Tambour noch im siebenjährigen Krieg angefangen und war dann lange genug ein braver, altpreußischer Unteroffizier. Ich habe unter Schill und Gneisenau mitgefochten in Kolberg, und die Franzosen haben mir dort auch eins ausgewischt, daß ich vermeinte, ich müßte draufgehen, aber der Feldscher hat mich wieder zusammengeflickt, und nun bin ich zu Euch gekommen. Ein braves Korps, die Lützower, und so recht nach meinem Herzen. Kein groß' Überlegen, ein frisches, resolutes Dreinschlagen – – na, was ich noch an Rippen habe, will ich gerne unter unserm braven Major mit dransetzen.«

»Ist's denn wahr, Herr Lieutenant, was man so sagt, Sie hätten anstatt Fleisch und Knochen eine Metallplatte auf der linken Brustseite?«