Leipzig,
Verlag von Abel & Müller.
Alle Rechte vorbehalten.
Druck von Metzger & Wittig in Leipzig.
Vorwort.
Es war eine große, herrliche Zeit, als im Jahre 1813 sich das ganze deutsche Volk erhob, um das Joch der französischen Gewaltherrschaft abzuwerfen. Der Brand von Moskau ward die Morgenröte der Befreiungskriege, und als das große Gottesgericht über die Heere Napoleons auf den Schneefeldern Rußlands sich vollzogen hatte, da leuchtete durch das dunkle, schwere Gewölk, das über dem deutschen Lande gelegen hatte, der Aufruf des Königs von Preußen an sein Volk wie ein heller Blitz, der die Gemüter entflammte zum heiligen Streite. Deutsche Dichterstimmen fachten die erwachte Begeisterung an, und nun strömte es von allen Seiten unter die Fahnen. Jung und Alt, Arm und Reich, Hoch und Niedrig wollte Gut und Blut an das Höchste setzen, an die Freiheit des Vaterlandes, und ein Geist lebte in Hunderttausenden.
In jenen Tagen war es, da der Major von Lützow eine kleine, entschlossene Schar um sich sammelte, in welcher treffliche Männer sich zusammenfanden. Wer kennt nicht die Namen Theodor Körner, Ludwig Jahn, Friedrich Friesen u. a.? »Die schwarzen Gesellen« errangen bald sich Ruf und Ruhm durch ihre kühnen Streifzüge, durch ihre nimmermüde Unternehmungslust, mit der sie den Feind beobachteten, beunruhigten, bedrängten, und sie haben ihren redlichen Teil am Erfolge jener großen Tage. »Lützow's wilde, verwegene Jagd« ist unsterblich geworden, wie der Dichter, der unter diesem Namen sie besungen hat, und der in ihren Reihen bei Gadebusch den Heldentod starb.
Die Thätigkeit des tapferen Häufleins bildet den geschichtlichen Hintergrund der vorliegenden Erzählung, die in ihren historischen Momenten sich an die besten Quellen hält, und die sich die Aufgabe gestellt hat, die Begeisterung für das Vaterland im Herzen des deutschen Volkes und besonders der deutschen Jugend beleben und fördern zu helfen. Wenn sie das nach ihrem bescheidenen Teil zu erreichen vermöchte, wäre darüber herzlich erfreut
der Verfasser.