Auf, blitzet, ihr Säbel, den blinkenden Glanz!

Auf, wirbelt, ihr Trommeln, in Saus und in Braus!

Auf, wehet, ihr Fahnen, zum Himmel hinaus!

Hurra, ihr Kam'raden! Hurra, ihr Soldaten!

Wir ziehen zum Sieg oder Tod heut' hinaus.

Während die letzte Strophe erklang, war ein junger Mann in der Lützowschen Reitertracht in die Thür getreten. Es war ein hagerer, sehniger Gesell mit rötlich blonden Haaren, in dessen Gesicht ein hämischer Zug stand, der an dem verzogenen Munde besonders hervortrat. Auch seine Augen hatten nichts Freies und Offenes.

Als er Konrad Schmidt erblickte, huschte über das farblose Gesicht eine plötzliche Röte, und in den Blicken zuckte es unfreundlich auf. Nachdem das Lied zu Ende war, und lautes Hurrarufen, fröhliches Zusammenklirren der Trinkgefäße erscholl, trat er, eben da Walther seinem jungen Freunde die Hand zu herzlichem Drucke reichte, auf diesen zu, sah ihm vorgeneigt, lauernd und höhnisch in's Gesicht und rief:

»Er ist's wahrhaftig! Hähnchen, wie kommst du in den Anzug für Männer? – Hier wird nicht Soldat gespielt!«

Der Ton, in welchem die Worte gesprochen wurden, zeigte, daß der Redende nicht ganz nüchtern war, und obwohl Schmidt, da er ihn ansah, sich ein wenig verfärbte, wendete er sich doch sogleich ab und ließ sich neben Walther nieder. Da legte sich die Hand des andern auf seine Schulter:

»He, Hähnchen! Merkst du nicht, daß ein anständiger Mensch dir die Ehre anthut, dich anzureden?«