Frau Popow (mit bösem Lachen). Ich gefalle ihm! Er wagt es zu sagen, daß ich ihm gefalle! (Sie zeigt nach der Tür.) Gehen Sie!

Smirnow (legt schweigend den Revolver auf den Tisch, nimmt den Hut und geht; an der Tür bleibt er stehen; eine Weile sehen sie sich schweigend an, dann nähert er sich unschlüssig). Hören Sie … sind Sie noch böse?… Ich war auch teufelswütend, aber verstehen Sie mich nur recht … wie soll ich mich nur ausdrücken?… Die Sache ist nämlich die … daß solche Geschichten eigentlich… (Er schreit.) Nun ja, ist es denn meine Schuld, daß Sie mir gefallen? (Ergreift die Stuhllehne, der Stuhl kracht und bricht entzwei.) Der Teufel weiß, was für gebrechliche Möbel Sie haben! Sie gefallen mir! Verstehen Sie? Ich… Ich bin fast verliebt!

Frau Popow. Fort von mir, ich hasse Sie!

Smirnow. Gott! Welch ein Weib! Ich habe nie im Leben so etwas Ähnliches gesehen! Ich bin verloren, ruiniert! Ich bin in die Mausefalle geraten, wie eine Maus!

Frau Popow. Gehen Sie, oder ich schieße!

Smirnow. Schießen Sie! Sie können nicht begreifen, welches Glück es ist, unter den Blicken dieser herrlichen Augen zu sterben, zu sterben durch den Revolver, den dieses kleine Sammethändchen hält… Ich bin verrückt geworden! Bedenken Sie und entscheiden Sie sofort, denn wenn ich jetzt von Ihnen gehe, sehen wir uns nie wieder. Entscheiden Sie, sprechen Sie… Ich bin von Adel, ein anständiger Mensch, habe Zehntausend jährlich Einkommen… Treffe mit dem Gewehr eine Münze, die in die Luft geworfen wird… Ich besitze herrliche Pferde. Wollen Sie meine Frau werden?

Frau Popow (empört, schwingt den Revolver). Schießen! In die Schranken.

Smirnow. Ich bin um den Verstand gekommen… Ich begreife nichts. Diener! Wasser!

Frau Popow (schreit). In die Schranken!

Smirnow. Ich habe meinen Verstand verloren … ich habe mich verliebt, wie ein grüner Junge, wie ein Narr verliebt! (Er ergreift ihre Hand, sie schreit vor Schmerz auf.) Ich liebe Sie! (Er kniet nieder.) Ich liebe Sie, wie ich noch nie geliebt habe! Zwölf Frauen habe ich sitzen lassen, neun sind mir untreu geworden, aber keine einzige von ihnen habe ich so geliebt wie ich Sie liebe. Ich bin besiegt, verloren, ich liege auf den Knieen wie ein Narr und biete Ihnen die Hand an… Schmach und Schande! Fünf Jahre lang habe ich mich nicht verliebt, ich habe es mir gelobt und nun bin ich mit einem Mal hineingeraten, wie die Deichsel in einen fremden Kutschkasten! Ich biete Ihnen die Hand an, Ja oder nein? Wollen Sie nicht? Dann nicht. (Er steht auf und geht schnell zur Tür.)