Smirnow. Danke gehorsamst. Wir wollen uns das merken. (Er zuckt die Schultern.) Und da verlangt man noch, daß ich kaltblütig sei! Der Akzisebeamte begegnete mir soeben auf dem Wege und fragte: »Warum ärgern Sie sich immer, Grigorji Stepanowitsch?« Ja, erbarmen Sie sich, wie soll ich mich denn nicht ärgern? Ich brauche Geld, das Messer steht mir an der Kehle… Gestern früh fuhr ich schon beim ersten Morgengrauen vom Hause fort und war bei allen meinen Schuldnern. Wenn auch nur einer von ihnen seine Schuld bezahlt hätte! Abgeschunden habe ich mich, wie ein Hund, habe, der Teufel weiß wo, in einer jüdischen Schenke übernachtet, neben einem Schnapsfaß… Endlich komme ich hierher, siebzig Werst vom Hause, und hoffe, Geld zu bekommen, und da regaliert man mich mit »Stimmung!« Wie soll ich mich da nicht ärgern?

Frau Popow. Ich glaube, Ihnen deutlich gesagt zu haben: der Verwalter wird aus der Stadt zurückkehren, dann erhalten Sie das Geld.

Smirnow. Ich bin nicht zum Verwalter, sondern zu Ihnen gekommen! Was Teufel, verzeihen Sie den Ausdruck, kümmert mich Ihr Verwalter!

Frau Popow. Entschuldigen Sie, verehrtester Herr, ich bin weder an Ihre sonderbaren Ausdrücke, noch an einen solchen Ton gewöhnt. Ich höre Sie nicht weiter an. (Sie geht rasch nach links ab.)

[Fünfter Auftritt.]

Smirnow allein.

Smirnow. Was sagt man dazu? Stimmung! Vor sieben Monaten ist der Mann gestorben! Aber muß ich die Zinsen einzahlen oder nicht? Ich frage, muß ich die Zinsen zahlen oder muß ich nicht? Nun ja, der Mann ist gestorben, Stimmung und allerlei Faxen … der Verwalter, der Teufel hole ihn, ist irgend wohin gefahren, nun, befehlen Sie, was soll ich tun? Soll ich etwa im Luftballon meinen Gläubigern entfliehen? Oder mit dem Kopf die Mauer einrennen? Komme ich zu Grusdew, geruht er nicht zu Hause zu sein, Iroschewitsch hat sich einfach versteckt, mit Kurzin habe ich mich tödlich gezankt und ich hätte ihn beinahe zum Fenster hinausgeworfen, Masutow hat die Cholerine und bei der da – Stimmung! Keine einzige Kanaille will zahlen! Und das alles nur deshalb, weil ich sie alle zu sehr verwöhnt habe, weil ich ein Jammermeyer, ein Waschlappen, ein altes Weib bin! Ich bin zu zartfühlend mit ihnen! Aber wartet nur! Ihr werdet mich kennen lernen! Ich gestatte keinem, mit mir seinen Scherz zu treiben, der Teufel noch einmal! Ich bleibe hier und werde nicht von der Stelle weichen, bis sie zahlt! Brrr!… Wie bös ich heute bin, wie schrecklich bös ich bin! Vor Bosheit zittern mir alle Sehnenbänder und der Atem versagt mir… Pfui, mein Gott! übel, schlecht wird mir sogar. (Er schreit.) Diener!

Luka (tritt ein).

[Sechster Auftritt.]

Smirnow. Luka.