Der vornehme Perser erhob sich und murmelte wieder etwas, in seiner hölzernen Sprache. Kuzyn, der keine fremden Sprachen beherrschte, schüttelte den Kopf, um ihm zu bedeuten, daß er nichts verstehe.

– Wie soll ich mit ihm reden? – dachte er sich. – Es wäre gut, einen Dolmetscher kommen zu lassen, aber es ist eine heikle Angelegenheit, und vor Zeugen kann ich darüber nicht gut sprechen. Der Dolmetscher wird es in der ganzen Stadt ausposaunen. –

Und Kuzyn fing an, alle Fremdworte zusammenzukramen, die er aus den Zeitungen wußte.

»Ich bin Stadthaupt …« stammelte er. »Das heißt, Lord-Maire … Municipalé … Wui? Komprené?«

Er wollte durch Worte und Mienenspiel seine gesellschaftliche Stellung erklären und wußte nicht, wie es zu machen. Zur Hilfe kam ihm das Bild mit der Unterschrift »Stadt Venedig«, das an der Wand hing. Er zeigte mit dem Finger auf die Stadt und dann auf seinen Kopf und glaubte auf diese Weise den Satz »Ich bin das Stadthaupt« ausgedrückt zu haben. Der Perser verstand absolut nichts, lächelte aber und sagte:

»Bon, monsieur … bon …«

Eine halbe Stunde später klopfte das Stadthaupt den Perser bald aufs Knie, bald auf die Schulter und sprach:

»Komprené? Wui? Als Lord-Maire und Municipalé … schlage ich Ihnen vor, eine kleine Promenade zu machen … Komprené? Promenade …«

Kuzyn wandte sich wieder der Ansicht Venedigs zu und stellte mittelst zweier Finger ein Paar schreitende Beine dar. Rachat-Chelam, der keinen Blick von seinen Medaillen wandte und offenbar ahnte, daß er die wichtigste Person der Stadt vor sich habe, begriff das Wort »Promenade« und grinste höflich. Dann zogen die beiden ihre Mäntel an und verließen das Zimmer. Unten vor der Tür zum Restaurant »Japan« sagte sich Kuzyn, daß es gar nicht schaden würde, den Perser zu bewirten. Er blieb stehen, zeigte auf die Tische und sagte: