„Das heißt, Ihr hättet Euer Kind verkauft um so und so viel Tonnen. Und was hättest du gesagt, Nizam?‟ Lars warf einen fragenden Blick auf sein Weib. „Die Sache mit dem Pastor in Bergen soll kein Hindernis sein —,‟ setzte er zögernd hinzu.

Da hing sie schon lachend an seinem Hals. „O du großes Kind du, mit deinem Pastor in Bergen — und wenn er mir alle Tonnen der Welt bieten würde, ich nähme ihn nicht, mit und ohne Pastor. Seid ihr's jetzt zufrieden alle zwei? Dann seid wieder gut. Gieb dem Vater die Hand, Lars.‟

Henning ergriff sie nicht, mürrisch wandte er sich ab, er müsse nach dem Wetter sehen.

Lars hatte Ablösung um zwei Uhr morgens, es war Zeit zum Schlafengehen. Doch die Reden Hennings beunruhigten ihn. Der Kapitän hatte ein Auge auf Nizam geworfen, er war reich gegen ihn, Kapitän, — wenn Nizam einmal anders dächte, — und er hatte die alte Mutter verlassen um sie, — Knut, den er geliebt. Die Mutter wird sterben vor Kummer, Knut ihn anklagen. —

Das Heimweh kam über ihn, die Gestalten der Verlassenen füllten den engen, schwülen Raum zum Ersticken — er mußte davon sprechen.

„Ich habe die kranke Mutter deinetwegen verlassen, meinen Bruder, alles! Vergiß das nicht, Nizam! Oft drückt es mich schwer —‟

„Und ich habe meinen Babe verlassen, den lieben, guten Babe, meinen einzigen Freund, das drückt mich auch schwer —‟

„Schäme dich! Wie kannst du das vergleichen, einen Vogel und eine Mutter — einen Bruder —‟

„Wenn der Vogel das Einzige war, was man lieb gehabt?‟ Nizam blickte starr auf die schwankenden Deckbalken dicht über ihrem Haupte. Lars sah deutlich eine Thräne glänzen, das Flämmchen der Öllampe spiegelte sich darin. Sie war doch noch ein größeres Kind wie er. Aller Groll war verschwunden.

„Beruhige dich,‟ tröstete er. „Knut hat mich jedenfalls gesucht bei euch und den verlassenen Babe mitgenommen —‟