Die verschiedenen Monde besitzen bei den Bahau keine besonderen Namen.
Bei den Mendalam Kajan besitzen die verschiedenen Tage in der Zeit des sichtbaren Mondes folgende Namen in der Busang Sprache: njinā (sehen) dang (genügend); matan (Auge) dang; lĕkurdang; butit (Bauch) halab (Tetradon, ein Kofferfisch) ok (klein); butit halab aja (gross); kĕlĕong (Körper) paja ok; kĕlĕong paja aja; bĕliling (Rand) dija und kamat (voller Mond). Die folgenden Tage tragen die gleichen Namen, aber in umgekehrter Reihenfolge und mit der Hinzufügung von uli = nach Hause gehen. Die Tage des unsichtbaren Mondes werden nicht bezeichnet.
Die verschiedenen Tageszeiten heissen im Busang der Mendalam Kajan: dow (Tag) bĕkang (offen, gespalten), um 6 Uhr morgens; dow njirang (scheinen) mahing (kräftig), um 9 Uhr ungefähr; dow nĕgrang (aufrecht) marong (wirklich), um 12 Uhr; dow njaja (gross), um 4 Uhr; dow lĕbi (klein), um 6 Uhr abends.
Die Mahakam Kajan besitzen für die Tageszeiten andere Bezeichnungen: bĕluwa (halb) dow, um 12 Uhr mittags; dow uli (von der Feldarbeit heimkehren), ungefähr 4 Uhr; tiling (ein Heimchen, das sich nur bei Sonnenuntergang hören lässt) duan (tönen), um 6 Uhr.
Während die übrigen Stämme mit den Saatfesten und Verbotszeiten bereits begonnen hatten, trafen die Kajan erst ihre Vorbereitungen. Am 13. Oktober liess auch Kwing Irang endlich für seinen Stamm die Verbotszeit eintreten, die auch für uns eine Zeit grosser und sehr erwünschter Ruhe wurde, denn weitaus die meisten arbeitsfähigen Familienglieder zogen bereits morgens früh nach ihren Reisfeldern, um dort die erforderlichen Zeremonien zu verrichten und mit dem Säen zu beginnen. Da die Bahau bei dieser Gelegenheit intim mit ihren Geistern verkehren und die Gegenwart der schreckenerregenden Fremden hierbei von nachteiligem Einfluss ist, überwand ich, um mit allen Leuten auf gutem Fuss zu stehen, meine Neugier und blieb mit den Meinen ruhig zu Hause. Übrigens hatte ich ja auch schon am Mendalam das Saatfest miterlebt. Die Verbotszeit erstreckte sich auch auf uns, und so genossen wir, da ausser Kajan niemand zur Niederlassung Zutritt hatte, auch von aussen her der Ruhe.
Als Tigang mit den Seinen bereits am 16. Oktober bei uns eintraf, durfte er unser Dorf nicht betreten. Er hatte den Mĕrasè hinauffahren wollen, um die Ma-Suling zu besuchen, hatte aber seinen Plan aufgeben müssen, da bei diesen am Tage zuvor die Verbotszeit eingetreten war.
Die Ma-Suling vom Mendalam waren dort noch rechtzeitig, zwei Tage zuvor, angekommen, durften nun aber vor Ablauf des lāli nugal nicht von dort weg. Tigang hatte auch die Niederlassung Lulu Njiwung wegen des lāli gesperrt gefunden und war dann flussabwärts bis nach Long Tĕpai gefahren, wo er Reis für seine Rückreise hatte einkaufen können. Er hatte die Absicht, bei Bĕlarè einen günstigen Wasserstand abzuwarten und dann schnell nach dem Mendalam zurückzukehren; daher beendeten wir eiligst unsere Briefe und Berichte für die Aussenwelt und reichten sie ihm unter Kwing Irangs Zustimmung in sein Boot. Reis, Tabak und andere Dinge durften wir ihm jedoch nicht mitgeben.
Glücklicher Weise war es meinen Jägern und Pflanzensuchern, falls sie nicht die Nacht fortblieben, gestattet, täglich in der Umgegend umherzuschweifen. Abends waren wir wohl ein bis zwei Stunden damit beschäftigt, den Kajan die vom Felde mitgebrachten Insekten und anderen Tiere abzukaufen; Demmeni und zwei der geschicktesten Malaien, Murchar und Abdul, übernahmen die Verpackung der Tiere. Gleichzeitig suchte Demmeni auch den Schaden, den die photographischen Apparate während der Reise durch Feuchtigkeit erlitten hatten, wieder gut zu machen, was ihm auch, dank der praktischen Ausrüstung an Werkzeugen aller Art, die er mitgenommen hatte, glückte.
Der Kontrolleur, der bisher jeden Tag Adjāng, Akam Igaus Sohn, unterrichtet und gleichzeitig auch von ihm gelernt hatte, gab sich alle Mühe, diese Quelle des Busang noch nach Möglichkeit auszunützen; denn so gern wir diesen allgemein beliebten Reisegesellen auch bei uns behalten hätten, mussten wir ihn jetzt doch mit seinem Vater, der sich zu den Kĕnja am Tawang begab, weiter ziehen lassen, da Akam Igau aus Furcht vor seiner Tochter Tipong nicht wagte, Adjāng zurückzulassen, obgleich dieser selbst gern bei uns geblieben wäre.
Inzwischen überlegte ich mit Bier, was mit Rücksicht auf die Überzeugungen unserer Gastherren im Augenblick für die Aufnahme des Mahakamgebietes getan werden konnte. Ein systematisches Zuwerkegehen, wie in einem Lande, in dem man sich jederzeit frei bewegen kann, war hier unmöglich. Am wünschenswertesten wäre es gewesen, mit der Messung des Mahakam vom Howong an zu beginnen, aber in dieser Zeit des lāli nugal durften wir nicht von Hause fort, ich musste sogar 6 Tage warten, bevor ich Bier von einem hoch gelegenen Reisfelde aus eine Übersicht über die Umgegend geben durfte. Die Reisfelder liegen hier nämlich nicht, wie in dem flachen Lande am Mendalam, tief, sondern an den Abhängen oder auf den Gipfeln der Hügelreihen, welche die Kajan zu diesem Zweck entwaldet haben. Da sich die Felder oft bis 200 m oberhalb des Mahakam befinden, bieten sie prachtvolle Aussichtspunkte auf die mit dichtem Walde bedeckte Umgebung.