Bereits um 11 Uhr hatten wir Lulu Njiwung passiert, waren zwischen zahlreichen kleinen Inseln hindurchgefahren und landeten oberhalb der Mündung des Mĕrasè bei der Niederlassung des Ma-Suling-Häuptlings Tĕkwan. Hier stieg ich aus und sandte einige Ma-Suling nach oben, um Führer zu holen, da ich selbst noch viel zu sehr unter dem Eindruck des von Lasa verübten Mordes stand, um dessen Elternhaus betreten zu wollen. Diejenigen, die den Weg nach Lulu Sirāng kannten, wohnten auf ihren Reisfeldern, an denen wir vorüber mussten. Zwei junge Ma-Suling aus unserem Boot, mein Diener und mein Hund sollten mich begleiten, während der Malaie Kuntji, der nicht mit uns zu gehen wagte, und die vier anderen Ma-Suling versuchen sollten, den Mĕrasè hinaufzufahren.

Als es bald darauf zu regnen begann, wurden die im übrigen gut unterhaltenen Wege, die zu den Reisfeldern führten, sehr glatt, besonders an viel betretenen Stellen und auf Hügeln.

Nach einer Stunde schlugen wir Seitenwege ein, die zwar viel unebener waren, dem Fusse aber besseren Halt boten. Nach kurzer Zeit erreichten wir die Hütte (le̥po̱ luma) auf dem Reisfelde, dessen Besitzer uns als Führer dienen sollte. Der Mann behauptete jedoch, nicht fort zu können, und gab uns zwei andere an, die zur Begleitung bereit sein würden.

Auf einigen kaum erkennbaren Pfaden und durch einige Bäche hindurch gelangten wir zu anderen Ladanghäusern, in denen wir zwei Männer fanden, die in der Tat mitgehen wollten.

Von den Reisfeldern führte der Weg in den Wald längs flachen, sandigen Flussbetten, in denen das Waten zwar nicht mühsam, aber beim strömenden Regen auch nicht ermunternd war.

Wir folgten dem letzten Flussbett, das immer steiniger wurde, bis zum Ursprung; hier mussten wir die Ebene verlassen und mehrere hohe Hügel passieren. Die nassen Lehmpfade, die steil nach oben führten, stellten an unsere Beine und Lungen starke Ansprüche, aber auf den Gipfeln der Hügel angekommen fanden wir wirklich gute und nicht glatte Pfade, denen wir stundenlang folgen konnten. Erst bei Einbruch der Dunkelheit stiegen wir abwärts und folgten sehr ermüdet den Pfaden, die durch die Reisfelder der Ma-Suling von Obet Dĕwongs Dorfe führten. Unglücklicher Weise bestanden diese Pfade grösstenteils aus freiliegenden, dünnen Baumstämmen, von denen je zwei oder drei auf Querbalken neben einander einen Fuss über dem Erdboden ruhten. Strauchelnd, gleitend und fallend bewegten wir uns langsam vorwärts und waren am Ende erstaunt, ohne Arm- und Beinbruch davongekommen zu sein. In einem Ladanghause, in dem Licht brannte, wollten wir uns mit Fackeln versehen, aber die Leiter war hinaufgezogen und, als wir uns dem Hause näherten, löschten die Bewohner das Licht aus und gaben keine Antwort. Unsere Führer erklärten, dass es viel zu gefährlich sei, an andere Hütten zu klopfen, da die Leute sich nachts fürchteten und auf uns schiessen konnten.

So gingen wir denn weiter und erreichten, bevor es ganz dunkel wurde, die Hütte von Verwandten der beiden Ma-Suling von Obet Dĕwong. Nachdem wir hier eine halbe Stunde Rast gehalten hatten, suchten wir mit Hilfe von Harzfackeln in der stockdunklen Nacht weiter zu kommen. Zum Glück befanden wir uns nicht mehr weit von der Niederlassung entfernt, wir mussten nur noch einem kleinen Flusse folgen und dann zum Teil über den Marong hinüber.

Zwischen Wasser und Erde machten wir bereits seit langem keinen Unterschied mehr, daher empfanden wir es auch nicht als besonders unangenehm, dass wir durch einen kleinen, aber sehr geschwollenen Fluss mit moderigem Grunde waten mussten und dass das Wasser uns bis an die Brust reichte.

Die schmale Schlucht zwischen den hohen, dicht bewachsenen Ufern wurde von dem flackernden Schein unserer Fackeln phantastisch beleuchtet. Hinderten uns unter Wasser liegende Äste und Baumstämme am Vorwärtsgehen, so fanden wir am Ufergras und an den Zweigen einen Halt. Mein Hund suchte sich zwischen dem Ufergebüsch heulend seinen Weg, da er gegen die heftige Strömung nicht schwimmen konnte. Der Fluss wurde immer flacher und nach einer halben Stunde verliessen wir das Bette, um den Batu Marong so weit zu besteigen, dass wir auf die andere Seite hinübergelangen konnten. Dort sahen wir den Mĕrasè plötzlich zu unseren Füssen und jenseits des Ufers stand das Haus von Obet Dĕwong. Als habe man uns erwartet, erschienen auf unser Rufen sogleich einige Männer, die uns über den in der Tat sehr geschwollenen Fluss ruderten.

Obgleich mein äusserer Mensch durchaus nicht in eine Häuptlingswohnung passte, führte man mich doch sogleich zu Obet Dĕwong, der über mein Kommen sehr erfreut war. Man hatte mich nicht umsonst gerufen; der grosse Mann lag völlig apathisch mit halbgebrochenen Augen da; seine Zunge war trocken und schwarz, auch sprach er nur mit Anstrengung.