Religiöse Gegenstände der Mendalam Kajan.
Ein wichtiges pe̥māli, das speziell für die dājung bestimmt ist, heisst hle̱n lāli und ist ein längliches Kissen aus weissem Kattun. Das Kissen wird von den Frauen bei ihrer Aufnahme unter die dājung hergestellt und bei jedem Saatfest zum Vorschein geholt und mit einer kawit versehen. Neben den kawit, welche die Zahl der Amtsjahre der Priesterin angeben, sind verschiedene Perlenschnüre angebracht. Ein Armband (kamang tukan oder lăku dājung) wird nur auf dem Kissen der ältesten Priesterin befestigt und darf nie entfernt werden. Auf jedem Kissen findet man drei usut: eine rote, eine gelbe Perle und einen Knopf (hulọ). Die Besitzerin trägt diese usut, sobald sie ihres Amtes waltet. Die gelbe Perle dient zugleich für die me̥lā der Priesterin selbst; fühlt diese sich nämlich krank oder fürchtet sie ein Entfliehen ihrer Seele, so sucht sie ihre bruwa zu beruhigen, indem sie die gelbe Perle fest in die Hand drückt. Neben den erwähnten drei usut wird das usut lāli angebracht, das aus kleinen Perlen besteht und während des Saatfestes täglich angefasst werden muss. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Hausgenossen gesegnet, indem die dājung ihr Haupt mit dem Kissen, das für gewöhnlich sorgfältig in einer Kiste bewahrt wird, in Berührung bringt.
Religiöse Gegenstände der Mendalam Kajan.
Je nach der Gelegenheit, bei welcher eine me̥lā vorgenommen wird, benützt die dājung zur Beruhigung der Seele verschiedene Gegenstände. Bei der me̥lā, welche während des Saatfestes bei der zweiten Namengebung des Kindes stattfindet, streicht die Priesterin dieses in Tandjong Kuda mit einem durch kawit und Perlen geweihten Kürbis. Gleich wie auch in Tandjong Karang, werden die Füsse des Kindes in Wasser gebadet, das in zwei hierfür bestimmten Bambusgefässen mit kawit mitgebracht worden ist. Kürbis und Bambusgefässe heissen zusammen: tāwe̱ anak o̱k = Seelenbefriediger eines kleinen Kindes.
Wenn die Kajan durch Vermittlung der Priesterinnen die Hilfe der Geister anrufen, stellen die Priesterinnen für die me̥lā folgende Gegenstände her: pe̥māli kaja, kawit me̥lā und malat kădjă.
Der pe̥māli kaja ist eine besondere Art von Seelenweg, welchen die dājung benützt, wenn es eine verirrte Seele mit Hilfe der guten Geister zurückzurufen gilt. Dieser Seelenweg, welcher an dem offenen Dachfenster angebracht wird, besteht in einer kostbaren Perlenschnur mit zwei gelben Perlen als usut. Auf die Schnur folgt ein aus acht Schlingen zusammengesetzter Knoten, der mit einem Päckchen von acht Haken aus Fruchtbaumholz vier Perlen, vier kleinen kawit, einer Hühnerfeder und einem Stück daun hugul (Dracaena-Blatt) verbunden ist. Die Perlen, die kawit und das in Schweineblut getauchte Blattstück dienen als Beruhigungsmittel für die herankommende Seele; die Haken bitten um Reichtum; die Hühnerfeder wird bei der eigentlichen me̥lă verwandt.
Die Priesterin streift bei der me̥lă die zurückkehrende Seele längs des Seelenweges auf den Knoten, den sie in einem Säckchen und dieses wieder in einem Körbchen bis zum Abend aufbewahrt. Mit der Hühnerfeder bestreicht die Priesterin den Patienten, nachdem sie ihm vorher im Dunkeln die Seele in das Haupt geblasen hat.
Kawit me̥lă wird das alte Speereisen genannt, mit dem die dājung den Aren des Patienten streicht; vier kawit und zwei mit Schweineblut bestrichene Blätter von hugul werden an ihm befestigt.
Malat kădjă ist der Name des alten Schwertes, auf welches der Patient während der me̥lă seinen Fuss setzen muss; auch dieses ist mit kawit versehen.