Die Art, wie das Instrument gehandhabt wird, ist an der Frau links auf den Tafeln 20 und 21 zu sehen. Sie hält mit der rechten Hand das verzierte Ende des Bambusstäbchens fest, das zwischen ihre offenen Lippen geklemmt ist Und klopft mit der Linken auf das andere Ende, also auf die Seite, wo die Zunge noch an dem Bambus festsitzt. Die auf diesem Instrument hervorgebrachten Laute sind durchaus nicht melodisch, trotzdem haben junge Männer und Mädchen die summenden Tonvariationen in der Mundhöhle gern. Bei dem hudo̱ ădjāt der Frauen wird zur Angabe des Rhythmus häufig die tong anstatt der Guitarre verwendet.

Musizierende Kajanfrauen.

Ausser auf Instrumenten äussern die Bahau ihre musikalischen Empfindungen auch durch Singen und Pfeifen. Ersteres hört man selten in der von uns verstandenen Form, besonders bei den Priestern ist es mehr ein Rezitieren, und andere Personen singen überhaupt wenig. Dass auch unsere europäische Art zu singen diesen Stämmen nicht unbekannt ist, beobachtete ich einst bei einer Fischpartie am Mendalam, wo eine Frau, auf dem Rücken liegend, eine Improvisation vortrug, die mich sehr angenehm und europäisch anmutete. Diese Frau genoss übrigens auch den Ruf grosser musikalischer Begabung.

Den äusserst unmelodischen Gesang der Malaien habe ich jedoch nie bei einem Bahaustamm gehört. Auf das Pfeifen verstehen sich die Eingeborenen oft sehr gut, doch tun sie es nur wenig; es scheint, dass abergläubische Furcht sie daran verhindert, denn man wollte nicht einmal, dass wir Europäer nach Abendanbruch pfiffen, aus Angst, die bösen Geister könnten dadurch angerufen werden und Unheil stiften.

Gemütliches Beisammensein.

Kapitel VII.

Häuserbau bei den Bahau- und Kĕnjastämmen—Unterscheidung dreier Baustile—Vorschriften bei der Wahl des Baumaterials und Baugrundes—Bau von Kwing Irangs Haus—Hilfeleistung seitens der Dorfgenossen und fremden Stämme—Zeremonien bei der Aufrichtung der Pfähle Konstruktion des Gerüstes, des Fussbodens und Dachs—Innere Einteilung—Ausstattung der Galerie (ăwă) und des Wohngemachs (amin)—Äusserer Hausschmuck—Herstellung von Schindeln—Opferzeremonien bei der Dachdeckung -Verbotsbestimmungen für ein unvollendetes Haus—Feierlicher Einzug ins neue Haus—Entzündung des ersten Herdfeuers—Kopfjagdzeremonien—Opferung und Schlussfeier—Hausbau bei den Freien—Bau von Scheunen.