[Kapitel XVIII]. 508–519

Ergebnisse meiner Reisen auf dem Gebiete der Naturwissenschaft, Medizin und Topographie—Praktische Bedeutung ethnologischer Studien für eine friedsame Kolonisation—Politische Ereignisse in Mittel-Borneo nach meiner Rückkehr—Schlussbemerkung.

Liste der Tafeln.

Tafel. Gegenüber Seite
1. [Der Mahakam unterhalb Long Dĕho]Titelbild.
2. [Der Kiham Lobang Kubang]18
3. [Der Kiham Lobang Kubang]28
4. [Junge Männer der Mahakam-Kajan]42
5. [Männer der Mahakam-Kajan]56
6. [Männer der Mahakam-Kajan]66
7. [Junge Männer der Mahakam-Kajan]80
8. [Drei wohlhabende Frauen der Kajan am Mahakam in Festkleidung]96
9. [Frauen der Mahakam-Kajan in Alltagskleidung]106
10. [Überreste eines Hindugrabes]116
11. [Quer durch den Bach gelegter Deich]126
12. [Kriegstanz]132
13. [Ringende Männer der Bahau. Tanz der Frauen]134
14. [Übungen mit dem Springstock]136
15. [Kinderspielzeug und Kreisel]138
16. [Kajanknaben auf dem Gerüst ihres selbstgebauten Häuschens]140
17. [Junges Kajanmädchen, die Stammessages rezitierend]140
18. [Junger Kajan, Kledi spielend]142
19. [Musikinstrumente der Bahau]144
20. [Musizierende Kajanfrauen]146
21. [Gemütliches Beisammensein]146
22. [Altes Haus des Long-Glathäuptlings in Batu Sala]148
23. [Häuser der Ma-Tuwan. Herstellung von Schindeln]150
24. [Das vollendete Haus von Kwing Irang]152
25. [Opferszene]158
26. [Aufrichtung des Hauptpfahls von Kwing Irangs Haus]160
27. [Bildhauer]162
28. [Geopfertes Ferkel. Verzierte Tür]162
29. [Querschnitt durch Kwing Irangs Haus]164
30. [Längsschnitt durch Kwing Irangs Haus]164
31. [Gerüst von Kwing Irangs Haus]166
32. [Gerüst von Kwing Irangs Haus]166
33. [Bildhauerarbeit]168
34. [Die Galerie von Kwing Irangs Haus]168
35. [Grundriss von Kwing Irangs amin]170
36. [Kochen von Schweinefleisch]174
37. [Seitenansicht eines panjin-Hauses]182
38. [Querschnitt durch dasselbe panjin-Haus]
[Grundriss des panjin-Hauses]182
39. [Inneres einer Kajanwohnung A]184
40. [Inneres einer Kajanwohnung B]184
41. [Arbeitende Kajanfrauen]188
42. [Webende Kajanfrau]188
43. [Röcke der Kajanfrauen]190
44. [Unfertiger Frauenrock]190
45. [Arbeitende Kajanfrauen]190
46. [Gestickte Rockränder]192
47. [Handarbeiten der Bahau]194
48. [Klopfen von Baumbast]196
49. [Jacke aus Baumbast]196
50. [Kriegsmantel aus Baumbast]196
51. [Eiserne Gerätschaften und Töpfe]198
52. [Unvollendete Schwerter der Bahau]204
53. [Schnitzender Kajan].
[Zubereitung von Rotangstreifen]208
54. [Körbe der Bahau]212
55. [Kajanfrauen bei der Arbeit]214
56. [Herd in der Wohnung eines Freien]216
57. [Abarbeitung eines Bootes]220
58. [Brennen von Muschelkalk]222
59. [Kunstperlen]232
60. [Verzierte Gegenstände der Bahau und Kĕnja]240
61. [Verziertes Hausgeräte der Bahau]242
62. [Verzierungen und Werkzeuge]254
63. [Schwertgriffe aus Hirschhorn]260
64. [Hirschhorngriffe]262
65. [Schnitzereien auf Pfeilköchern]266
66. [Schnitzereien auf Bambusköchern]268
67. [Schnitzereien auf Bambusköchern]268
68. [Schnitzereien auf Bambusköchern]270
69. [Perlenarbeiten, Holzpatronen und Kindertragbrett]272
70. [Perlenverzierungen für Kindertragbretter]274
71. [Perlenverzierungen für Kindertragbretter]274
72. [Tāp hăwăt, Perlenverzierung der Kajan]274
73. [Zwei lāwong ăpăng, Frauenmützen der Mahakam-Kajan]276
74. [Perlenverzierungen für Mützen]276
75. [Perlenverzierungen für Mützen]278
76. [Kĕhad Njangoen, 17-jähriges Kajanmädchen]278
77. [Eroh Edoh, kinderlose, 18-jährige Frau]298
78. [Dĕwong Kĕhad, Frau der Mahakam-Kajan]304
79. [Kinderlose Frauen der Mahakam-Kajan]310
80. [Buring Pengai, neunzehnjährige Kajanfrau]316
81. [Erlegter wilder Stier]320
82. [Brücke über eine Schlucht]354
83. [Kubu auf dem Wege nach Tanah Putih]360
84. [Prunkgrab von Bui Djalongs Tochter Kuling]370
85. [Schreckfigur und -Pfahl]390
86. [Kubu in Long Nawang]410
87. [Blick auf die Niederlassung der Kĕnja zu Long Nawang]418
88. [Frau und Knabe der Kĕnja Uma-Tow]426
89. [Karte des Kĕdjin, gezeichnet von einem Kĕnja]438
90. [Zeichnung eines Kĕnja Uma-Tow]484
91. [Zeichnung eines Kĕnja Uma-Tow]486

Kapitel I.

Einzug in Samarinda am 9. Juni—Abreise von Barth und einem Teil des Personals nach Java Vorbereitungen zur Reise nach Apu Kajan—Besuch beim Sultan—Begegnung mit der Siboga-Expedition—Abfahrt von Samarinda mit dem “Lawu” am 17. Juni—4 tägige Dampferfahrt bis Udju Tĕpu und Ana—Mondfinsternis in Ana—Von Ana bis Long Howong—Rückkehr des “Lawu” zur Küste—Von Long Howong mit Böten nach Irma Mĕhak—Über die östlichen Wasserfälle nach Long Dĕho—Aufenthalt in Long Dĕho—Besteigung des Batu Ajo—Von Long Dĕho nach Long Tĕpai—Beunruhigende Gerüchte aus Long Blu-u—Ankunft daselbst im September Misstrauen seitens der Kajanbevölkerung.

Der Dampfer des Sultans brachte unsere Expedition spät abends nach Samarinda. Herr van Assen, der Assistent-Resident, befand sich, wie wir vom Sultan gehört hatten, gerade auf einer Reise nach Bulungan. Der vorgerückten Stunde wegen wagten wir anfangs nicht, als Gäste in sein Haus einzuziehen, wozu er uns aufgefordert hatte. Ein indisches Hotel erschien aber Barth und mir nach allen überstandenen Anstrengungen so wenig verlockend, dass wir uns am Ende doch noch entschlossen, die Wohnung des Herrn van Assen aufzusuchen, in der uns dessen Gattin ebenso herzlich wie auf der vorigen Reise empfing und uns einige bereit gehaltene Zimmer anwies. Seit länger als einem Jahr schliefen wir hier zum ersten Mal wieder in einem guten Bett. Demmeni und Bier nächtigten im Hotel, während die Bahau und unser javanisch-malaiisches Geleite teils in unseren, teils in ihren eigenen Böten schliefen, die wir nach Samarinda mitgenommen hatten. Unsere Schutzsoldaten waren von ihren samarindaschen Kollegen sogleich abgeholt und in deren Kaserne einquartiert worden.

Meine erste Arbeit bestand darin, alles so zu ordnen, dass, sobald der Dampfer von Bulungan eintraf, Barth, die meisten Javaner und die Schutzsoldaten nach Java weiterfahren und letztere von dort nach Pontianak zurückbefördert werden konnten. Sehr leid tat es mir, dass auch unsere Pflanzensucher Sĕkarang und Amja nach Buitenzorg zurückkehren mussten, da ohne sie das Sammeln auf botanischem Gebiet nur mangelhaft fortgesetzt werden konnte. Mit Rücksicht auf unsere sehr bedeutende Sammlung lebender Pflanzen war es aber durchaus notwendig, dass sachverständige beute die Pflanzen auf der Reise begleiteten, um sie vor Hitze oder schlechter Behandlung zu schützen.

Meinen Diener Mm Arm, den Jäger Doras und den sehr gewandten Abdul hatte ich bereits während des letzten Teils der Reise dazu überredet, gegen eine Lohnerhöhung von 5 fl monatlich nochmals mit mir ins Innere der Insel zurückzukehren. Von Hadji Umars Malaien nahm ich zwei, Dĕlahit und Umar, die sich willig und brauchbar gezeigt hatten, in meinen Dienst.