Sehr beliebt ist der Ringkampf ( pajo ), von demTafel 13 eine Vorstellung gibt. Die Ringer, gewöhnlich zwei junge Männer, sind dabei nur mit einem Lendentuch bekleidet, das sie eng um den Leib schnüren, um dem Partner einen festen Angriffspunkt zu bieten. Sie beginnen nämlich damit, einander nach der auf dem Bilde angegebenen Weise anzupacken, und suchen dann durch Kraft und Gewandtheit ihren Gegner mit dem Rücken auf den Boden zu schleudern.
So weit ich habe beobachten können, werden hierbei keine bestimmten Regeln befolgt und keine schmerzerregenden Mittel angewandt, auch sah ich nie eine Vorstellung in einen ernsthaften Kampf ausarten, wobei man einander auf andere Weise als durch Geschicklichkeit zu besiegen versucht hätte. Trotzdem sind diese Ringkämpfe nicht gefahrlos, weil die Gegner einander bisweilen sehr heftig zu Boden schleudern. Ich sah denn auch mehrmals, wie besorgte Mütter ihre Söhne vom Kampfe zurückzuhalten versuchten und sie in Gegenwart ihrer Kameraden warnten. Keiner der Jünglinge folgte jedoch den mütterlichen Ermahnungen, hauptsächlich natürlich aus Furcht vor Spott seitens des Publikums. Ab und zu kommt allerdings auch ein Arm- oder Beinbruch bei diesen Ringkämpfen vor. Frauen sah ich niemals am Ringen teilnehmen.
Tanz der Frauen.
Tanz der Frauen.
Bei allen Spielen der Bahau ist von einem eigentlichen Siege, einer materiellen Belohnung oder einem Ehrenpreise keine Rede, ebensowenig sah ich die Zuschauer auf den Ausgang eines Kampfes wetten.
Neben dem Ringen ist der Wettlauf und Wettsprung bei den Bahau sehr im Schwange, Vergnügungen, die spontan, nicht zu bestimmten Zeiten, vorgenommen werden. Grosse Abwechslung in der Art des Wettlaufes beobachtete ich nicht, meist nahmen es nur zwei Personen mit einander auf. Stets beteiligen sich nur sehr junge Leute an diesem Spiel; sobald sie einmal über 25 Jahr alt sind, verlieren die Männer an dergleichen die Lust. Dasselbe gilt für das Springen. Auf den Hochsprung wird weit mehr Gewicht gelegt als auf den Weitsprung. Man springt mit oder ohne Anlauf, ganz frei oder mit Hilfe eines Stockes. Ebensowenig wie Sprungbretter und Matratzen werden andere Hilfsmittel gebraucht. Beim freien Hochsprung bringt der junge Mann es oft nicht weiter als bis zur Höhe seines Schultergürtels. Für höhere Sprünge gebraucht man lange Stöcke, in der Regel die aus dem zähen, elastischen Holz bestimmter Baumarten hergestellten Bootsstangen. Das Stockspringen geschieht auf zwei verschiedene, aufTafel 14 durch Momentaufnahmen dargestellte Weisen. Der Springer befindet sich in beiden Fällen auf dem höchsten Punkte.
Links sieht man, wie er sich, mit beiden Händen auf den Springstock gestützt, über den zwischen zwei Bootsstangen geklemmten Stock hinüberschwingt. Hat er im folgenden Augenblick die andere Seite erreicht, so wirft er den Stock nach rückwärts und springt selbst auf die Füsse. Durch diese Sprungart werden bisweilen grosse Höhen genommen.
Der Springer auf dem Bilde rechts hat sich mit Hilfe des Stockes kräftig zur erforderlichen Höhe hinaufgeschwungen, aber anstatt diesen zurückzuwerfen, führt er ihn in der einen Hand mit sich über die Schnur, hier ein Rotang. Dieser Sprung erfordert eine grössere Kraftentwicklung als der vorige. Derartige Springübungen werden besonders unter den Mahakamstämmen oft und gern betrieben.
Allgemein verbreitet ist bei den Bahau auch das Ballspiel, bei welchem ein in grossen Maschen aus Rotang geflochtener und daher äusserst leichter Ball verwendet wird. Das Spiel findet in der Weise statt, dass einige im Kreise stehende Männer den Ball einander, hauptsächlich mit Hilfe der Beine, hoch durch die Luft zuwerfen. Wahrscheinlich haben die Eingeborenen dieses Spiel von den Malaien übernommen, die es sehr allgemein üben.
Im Gegensatz zu den gymnastischen Spielen und dem Ballspiel darf das Kreiselspiel der Erwachsenen, wie gesagt, nur zu bestimmten Zeiten vorgenommen werden (Kreisel = asing; spielen mit dem Kreisel = pasing ). Von den gebräuchlichen Kreiseln sind zwei unter m und n aufTafel 15 abgebildet, während das Spiel selbst bereits imersten Teil p. 329 besprochen und aufTafel 63 wiedergegeben worden ist.