Wenn möglich, bauen Bahau und Kĕnja ihre Häuser aus Holz, ist dies nicht in genügender Menge vorhanden, so werden auch Bambus und Palmblätter verwendet. Die Gesamtlänge eines Dorfhauses ist sehr verschieden und hängt hauptsächlich von der Anzahl Familien ab, die es bewohnen. Das Haus in Tandjong Karang war etwa 150 m lang, das in Tandjong Kuda dagegen 250 m (T. I Taf. 2 ) Die Kajan am Blu-u bauten wegen der kleinen Oberfläche des Hügelrückens, auf dem sie sich niederliessen, vor und neben einander und in verschiedener Höhe 4 getrennte, 100 bis 150 m lange Häuser (T. I Taf. 48 ). Die Wohnungen der Häuptlinge, Freien und Sklaven sind ungefähr auf die gleiche Weise eingerichtet. Äusserlich ist nur die des Häuptlings von den übrigen zu unterscheiden, sie ist in der Regel breiter und .tiefer als die der anderen Familien, und da ihr Dach die gleiche Neigung hat, liegt es etwas höher als die anderen Dächer und unterbricht die lange gerade Linie des Firstes, der sich über die ganze Häuserreihe erstreckt (T. I Taf. 2 u.48 ). Das Häuptlingshaus zeichnet sich ferner durch die grössere Tiefe seiner Galerie aus, die daher vorspringt. Sie wird als Versammlungsraum und Gastgemach benützt. Da, wo mehrere Häuptlinge in einem Stamme wohnen, wie bei den Pnihing und Ma-Suling, überragen alle Dächer der Häuptlingswohnungen das gemeinschaftliche Dach und zwar im Verhältnis zum Rang der betreffenden Häuptlinge (T. I. Taf. 46 ). Je 10–15 Wohnungen besitzen eine gemeinsame Treppe, die aus einem mit Einkerbungen versehenen Baumstamm besteht. Diese Art Häuser besitzt ursprünglich keine offene Plattform an der Vorderseite, wie die Häuser der Ot-Danum, Batang-Lupar, Kantu etc. Nur bauen sich einzelne Familien für den Privatgebrauch hinter der eigenen Wohnung eine kleine Plattform aus Bambus (Taf. 14 u. rechtsTaf. 85 ).
Der Stamm der Long-Glat hat eine andere Bauart (Taf. 22 ). Auf gleicher Höhe mit den Wohnungen befindet sich keine gemeinsame Galerie, sondern jedes Familiengemach nimmt die ganze Tiefe des Raums unter dein Dache ein. Man gelangt in die Wohnungen von unten durch Öffnungen in der Diele. Die einzelnen Räume, die etwas grösser sind als diejenigen der Kajan, werden durch Türen in den Seitenwänden miteinander verbunden.
Ungefähr dem gleichen Zweck wie die Galerie in einem Kajanhause dient hier ein zweiter Fussboden, der etwas oberhalb des Erdbodens zwischen den Pfählen des Hauses gebaut wird. Diese Diele dient erstens als Weg durch die Niederlassung, zweitens zur Verrichtung- aller Arbeit, für die das Wohngemach zu klein ist, z.B. zum Reisstampfen, zum Flechten grosser, grober Matten, zum Präparieren von Rotang u.s.w., ausserdem befinden sich hier die Verschläge für die Schweine.
Häuser der Ma-Tuwan.
Häuser der Ma-Tuwan.
Die heitere Geselligkeit, die in der Galerie der Kajan durch das Zusammenleben der Familien herrscht, findet man jedoch nicht bei den Long-Glat. Für Versammlungen besitzen die Männer nur die ăwă der Häuptlinge. Diese wohnen nicht, wie die Häuptlinge der Kajan und anderer Stämme, in gleicher Reihe mit ihren Dorfgenossen, sondern stets in besonderen Häusern, meist in der Mitte der Niederlassung. Diese Häuser unterscheiden sich von denen der übrigen Bewohner nur durch eine an der Vorderseite angebaute Galerie oder Veranda, die dadurch zustande kommt, dass man die vordere Hauswand nach unten, die unter dem Hause befindliche Diele nach vorne fortsetzt und die eine Hälfte des Daches nach vorn, bis auf eine Höhe von 1 m über der Diele verlängert. Das Dach wird an allen Seiten durch Wände gestützt. Der so entstandene geschlossene Raum wird wie die offene Galerie der Kajan ăwă genannt und dient ebenfalls als Gastund Versammlungsraum. Der Eingang zur ăwă befindet sich unterhalb der amin. Von dieser aus kann man zwar in die ăwă hinuntersehen aber nicht umgekehrt, auch sind beide Räume nicht durch eine Treppe verbunden.
Derartige Häuser im Long-Glat-Stil sieht man auch vielfach unterhalb der Wasserfälle am mittleren Mahakam, u.a. in Long Howong. Hier sind die verschiedenen Häuserreihen so in Quadratform aneinander gebaut, dass man unterhalb der Wohnungen, auf dem zweiten Fussboden, die ganze Niederlassung passieren kann, ohne dass man, wie an anderen Orten, Bretterstege von der einen Reihe zur anderen benützen muss.
Von der dritten dajakischen Bauart kann man sich am besten nach dem aufTafel 23 (oben) abgebildeten Hause der ’Ma-Tuwān in Long Dĕho eine Vorstellung machen. Diese Häuser gleichen in vieler Hinsicht denen der Long-Glat-Häuptlinge, nur besitzt hier jede Familie eine derartige Wohnung, und da die Seitenwände der ăwă hier fehlen, bildet diese eine Galerie, die an der Vorderseite des Hauses längs der ganzen Reihe Wohnungen durchläuft und mit diesen, zum Unterschied von der ăwă der Long-Glat, durch Treppen in Verbindung steht. In dieser ăwă spielt sich das Tagesleben der Bewohner ab, ganz wie in den Galerien der Kajan. Diese Stämme benützen auch Plattformen, die sie aus Bambus in einem geringen Abstand vom Hause bauen. Auf ihnen werden Reis und andere Viktualien, ausserhalb des Bereiches von Schweinen und Hunden, getrocknet.
Herstellung von Schindeln.
Herstellung von Schindeln.