Kajanfrauen bei der Arbeit.
Die Blätter der samit -Palme sind am Aussenrande nicht gespalten, sondern zusammenhängend und stumpf. Für den Gebrauch nähen die Frauen die trockenen Blätter mit ihren Seitenrändern derartig aneinander, dass abwechselnd ein breites und ein schmales Fächerende neben einander zu liegen kommen; überdies heften sie zwei Blätterlagen übereinander. AufTafel 41, wo der Hintergrund durch solch eine Matte gebildet wird, sieht man überdies, dass diese durch Aneinandernähen zweier Streifen doppelt so breit wird als ein Blatt lang ist.
Auch als Wandverzierung in der amin werden diese hell gelbbraunen Matten verwendet (Taf. 39, links); man verschönert sie dann mit breiten Rändern von rotem Zeug und bestickt sie in der Mitte und an den Seiten, wie an den samit, welche aufTafel 45 in der oberen Abbildung den Hintergrund bilden, zu erkennen ist. Werden aus diesen Matten Beutel zur Aufbewahrung von allerhand kleinen Kostbarkeiten, Nähzeug, Perlenarbeiten oder Tabak hergestellt, so überzieht man sie bisweilen vollständig mit weissem oder buntem Zeug, das mit Stickereien oder Zeichnungen verziert wird.
Letztere werden hauptsächlich bei Totenausrüstungen angebracht, bei denen Matten und Säcke aus samit nie fehlen dürfen. Einen derartigen Sack, aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt und mit Zeichnungen hübsch verziert, stellt Fig. 1e aufTafel 27 Teil I dar. Auch der in Teil ITaf. 24 Fig. 2 abgebildete Hut ist aus schief aneinander genähten samit -Blättern verfertigt. Da die schreit-Palme nur in den hohen Gebirgen des Binnenlandes wächst, sind aus ihr hergestellte Artikel bei den weiter unten am Fluss wohnenden Stämmen nicht zu finden.
Eine ähnliche Arbeit wie das Flechten und Nähen von Matten und Mützen aus Rotang und samit ist die Herstellung von Hüten aus Pandanusblättern. Von diesen bringen die Fig. 1, 3, 4 und 5Taf. 24 Teil I gute Beispiele. Die Frau links aufTafel 55 sehen wir damit beschäftigt, einen schön verzierten Hut aus kleinen Pandanusstreifen zusammenzusetzen. Die Hüte lassen bereits erkennen, dass man die Blattstreifen nicht flicht, sondern in bestimmter Weise in kleineren und grösseren Stücken neben- und untereinander näht, um so gewisse Figuren zu erhalten, die dadurch noch mehr hervortreten dass man einen Teil der Blätter mit Drachenblut rot, mit Russ schwarz färbt, den übrigen aber ihre natürlichen Farbe lässt.
An dem in Teil ITaf. 24 Fig. I dargestellten Hut sieht man, dass die Bahau auch durch Zeichnungen auf den Blättern ihre Kopfbedeckung zu verschönern trachten.
Die Art der Hutverzierungen ist für die verschiedenen Stämme charakteristisch; so haben die Hüte der Pnihing (Fig. 3, 4 und 5Taf. 24 T. I) ein ganz anderes Aussehen als die der Long-Glat (Fig. 1), während die Kajanfrau aufTaf. 55 eine dritte Weise der Verzierung anwendet.
Das Färben der Blätter und Zusammensetzen der Hüte ist Arbeit der Frauen, die Zeichnungen jedoch werden von Männern ausgeführt.
Von allen Industrien der Bahaustämme hat die Töpferei durch den Einfluss der Küstenbevölkerung am meisten gelitten; an allen Orten, wo eiserne Töpfe eingeführt werden, hat die Töpferei überhaupt gänzlich aufgehört und sind nur noch Spuren ihrer früheren Existenz nachweisbar. Unter den fern von der Küste lebenden Kĕnjastämmen dagegen sind selbstgebrannte Töpfe noch sehr in Brauch; die Männer nehmen sie sogar auf weiten Reisen mit, um ihren Reis darin zu kochen.
In früheren Zeiten haben sämtliche Bahaustämme ihre Töpfe selbst gebrannt. Die Mendalambewohner stellen jetzt nur noch einige für den Kultus erforderliche irdene Gefässe selbst her (Fig. e und fTaf. 15 Teil I); vielleicht ist dies auch noch bei den Mahakamstämmen der Fall. Bei diesen fand ich jedoch auch Töpfe, welche der vorigen Generation im Haushalt gedient hatten und jetzt noch aus Pietät aufbewahrt wurden.