»Du bist wie die Königin Karoline von Neapel, die nie müde wurde, ihre Liebhaber zu wechseln.«

»Ich weiß von keiner Königin und von keiner Karoline; ich weiß nur, daß ich dem Feldwebel einen Brief schreiben, und ihn beleidigen und bedrohen will.«

»Unsinn mit Deinem Brief, Du wirst thun was ich sage und nicht was Du denkst.«

»Es ist mir unmöglich, ich habe nicht einmal den Mut gehabt, ihn mir abzuschütteln, als er damals bei mir war, – im Gegenteil!«

Er setzte mir so lange mit dem anonymen Brief zu, daß ich seinem Drängen nicht widerstehen konnte; eines Abends sagte ich zu ihm:

»Gieb mir Papier und Bleistift, ich werde Dir den Brief vorschreiben, nachher kannst Du ihn abschreiben.« Er gab mir sein Notizbuch und ich schrieb:

»Denke an den 23ten!!!«

Am 23ten war S… in Folge der falschen Anzeige des V… mit strengem Arrest bestraft worden.

Er nahm das Blatt Papier, las die von meiner Hand geschriebenen Zeilen und sagte:

»Ist das wenig! Ich will es ihm ordentlich besorgen!«