Wenn nun ein größerer See irgendwo in der Nähe ist, kann man das Wasserhuhn dort finden und daneben noch einen anderen Vogel, den man anfangs für ein solches halten kann, denn er taucht in ganz derselben Weise. Aber wenn man ihn genauer betrachtet, wird man erkennen, daß dieser zweite Vogel keine rote Stirn, sondern einen großen kahlen Fleck auf dem Kopfe hat, und daß er größer ist als das Wasserhuhn.
Dieser Vogel heißt Bläßhuhn wegen des weißen Streifens auf der Stirn. Wenn man ihn am Ufer beobachtet, wie er Samen oder Insekten frißt, so kann man sehen, daß die drei Vorderzehen von einer faltigen Haut umgeben sind, doch hängen sie nicht zusammen.
Aber das Bläßhuhn ist nicht leicht zu beobachten; denn es ist sehr scheu. Es fliegt weg oder taucht unter das Wasser, ehe man in seine Nähe kommen kann. Es hat scharfe Krallen, die ihm beim Klettern helfen, und mit denen es den verletzt, der es zu fangen versucht.
Das Bläßhuhn baut sein Nest in die Schwertlilien oder das Schilf und zwar so, daß es fast das Wasser berührt. Manchmal ertrinken die Jungen, wenn ein Hochwasser kommt.
Wenn ein Boot in die Nähe des Nestes kommt, so schlüpft das Bläßhuhn in das Schilf und ruft „käck, käck, käck“, um den Nahenden fortzulocken. Wenn man das Nest aber doch entdeckt, wird man ungefähr zehn Eier darin finden. Sie sehen den Eiern des Wasserhuhns ähnlich, sind aber größer und haben dunklere und kleinere Flecken. Wenn die Eier ausgebrütet sind, kann man die Jungen an der kahlen Stelle auf dem Kopfe erkennen, sonst sind sie schwarz und ähneln Flaumklumpen wie die des grünfüßigen Wasserhuhns.
Im Winter findet man Bläßhühner weder auf den Flüssen noch auf Teichen. Mit vielen anderen ihresgleichen ziehen sie nach dem Süden in wärmere Gegenden und warten dort, bis der Frühling wiederkommt.
Bläßhühner mit Jungen.
II. 6.