Wenn man im April öfter zu einem Teich geht, wo sich Libellen finden, kann man vielleicht beobachten, wie sie ihr Leben in der Luft beginnt. Dies geschieht folgendermaßen.
Aus dem Wasser heraus kriecht ein großes Insekt auf den Stengel einer Pflanze. Es hat einen Körper mit sechs Beinen, der ebenso groß ist wie derjenige der Libelle. Aber es hat ein seltsames, schläfriges Aussehen, und an Stelle der Flügel sehen wir nur zwei kurze Stümpfe.
a. Fressende Libellenlarve.
b. Libelle aus der Larvenhaut kriechend.
Langsam kriecht es am Stengel hinauf aus dem Wasser in die Luft. Dann ereignet sich etwas Seltsames. Die Haut auf dem Rücken zerreißt, und eine wirkliche Libelle kommt heraus.
Zuerst erscheint der Kopf, dann der Körper mit seinen sechs Beinen und vier weichen runzeligen Flügeln und endlich der Hinterleib. Die Libelle kann noch nicht fliegen. Sie sitzt neben ihrer alten leeren Haut und streckt ihre Flügel langsam der Sonne entgegen. In einigen Stunden sind sie lang, stark und fest. Dann ist sie fähig, über den Teich zu fliegen und zu fressen.
So kommt die Libelle in die Luft hinauf. Ihre Larve wird man nicht so leicht unter dem Wasser finden, aber wir wollen es in der nächsten Woche mit unserem Netz versuchen. Heute haben wir so viel auf der Oberfläche des Teiches gesehen, daß wir keine Zeit hatten, unten im Schlamme zu fischen.
Lektion 3.
Tief unten.
Heute wollen wir unser Netz gebrauchen. Halte den Stock recht fest und wirf das Netz in den Teich, wie ein Fischer die Angelfliege auswirft. Der Stein wird das Netz langsam zum Sinken bringen. Wenn man es nun vorsichtig durch den Schlamm und die Wasserpflanzen zieht, wird man sicher etwas fangen.