Frhr. v. d. Recke.
Die Raubvögel Mitteleuropas.
53 Tafeln in feinem Chromo- und 8 Tafeln in Schwarzdruck nebst Abbildungen im Text nach Originalen der Maler Goering, Keulemans, Kleinschmidt, de Maes, von Nécsey und Rhamm, mit erklärendem Text
von
Dr. Carl R. Hennicke.
Broschiert M. 4,50. — Elegant gebunden M. 5,—.
Auch lieferbar in 9 Lieferungen à 50 Pfg., welche nach und nach bezogen werden können.
Vorwort.
Es ist noch gar nicht lange her, dass die Bezeichnung „Raubvogel“ von vornherein und ohne weiteres ein unbedingtes Todesurteil enthielt, zu dessen sofortiger Vollstreckung jedes Feuerrohr gespannt war. Der Vogel ist ein Raubvogel, d. h. ein Räuber, ein Mörder, ein Verbrecher, also muss er sterben! Der eifrige Nimrod — ganz gleichgültig ob im Berufs- oder Sportsgewande — sah vor sich einen Vogel in der Gestalt eines Raubvogels, der auch nach Raubvogelart abstrich und flog. Da nahm er sich gar nicht die Zeit und Mühe, erst genau zu prüfen: der alle äusseren allgemeinen Zeichen eines Raubvogels an sich tragende Vogel musste ein Raubvogel sein; darum traf ihn auch das tödliche Blei und bereitete seinem leichtbeschwingten Dasein ein jähes Ende. Diesem Irrtum, dieser Unkenntnis sind unzählige Eulen, Bussarde und dergleichen zum Opfer gefallen, denen doch im Haushalte der Natur eine so wichtige Aufgabe zugeteilt ist, nämlich die, den Erfolg menschlicher Arbeit durch Massenvertilgung von Schädlingen zu unterstützen und zu sichern.