Sumpf-Dotterblume.

III. 3.

Es gibt eine hübsche rote Blume, die Stockrose oder Malve, deren Fruchtknoten aussieht wie ein runder flacher Käse mit einer in der Mitte stehenden kräftigen Säule. Diese Säule hat acht bis zwölf klebrige Stellen, und rund herum stehen sehr viele gelbe Staubgefäße. Kinder nennen die Samenkapseln der Malve, wenn sie reif sind, und die Säule abgefallen ist, „Käse“.

Aber überrascht wirst du sein, wenn du einen Löwenzahn oder ein Gänseblümchen pflückst, denn du wirst keine Fruchtknoten in der Mitte finden. Der Grund ist der, daß der Löwenzahn und das Gänseblümchen nicht aus einer Blüte bestehen, sondern aus einer großen Menge von Blüten, die zu einer Blume vereinigt sind.

Zerlege eine Löwenzahnblüte, und du wirst finden, daß sich jede kleine Blüte leicht von den übrigen trennt. Es gibt deren mehr als hundert in einer Löwenzahnblüte. Nimm eine von diesen kleinen Blüten in die Hand und betrachte sie.

Am unteren Ende sitzt ein ovaler Sack, das ist der Fruchtknoten. Oben auf diesem stehen einige feine Haare; das sind die Kelchblätter. Dann folgt die gelbe Blumenkronröhre, die auf einer Seite zu einer langen Zunge ausgewachsen ist. Im Innern der Blumenkrone sehen wir die Staubgefäße mit sehr langen Staubbeuteln, die zu einer Röhre fest verwachsen sind. Durch diese Röhre wächst der Griffel mit zwei gelben klebrigen Hörnern, der Narbe, empor.

Teile des Löwenzahns.

1. Eine einzelne Blüte: (s) Kelchblätter, (p) Blumenkrone, (st) hörnerartige Narbe, (a) Staubgefäße, (o) Fruchtknoten. 2. Fruchtstaude: Vier Früchte sind darauf geblieben. (s) haarförmiger Kelch, (o) Frucht. 3. Vergrößerte Frucht. (o) und (s) wie 2.

Dies zierliche Ding ist also eine vollständige Blüte, die mit ihren Gefährtinnen den Blumenkopf des Löwenzahns bildet. Bei dem Gänseblümchen ist es ebenso mit einigen kleinen Unterschieden. Versuche diese selbst herauszufinden.