Sieh den Blütenkopf aufmerksam an. Du wirst ungefähr vierzig runde Blüten in der Mitte finden. Sie bergen in sich Staubgefäße und einen großen Tropfen Honig. Um diese herum stehen ungefähr 300 kleine Blüten, jede mit einer langen, gelben Zunge. Im Innern dieser äußeren Blütchen sitzt ein Fruchtknoten mit zwei klebrigen Hörnern. Die Bienen und anderen Insekten kriechen über diese äußeren Blüten, um den Honig aus den Blüten in der Mitte zu saugen, und wenn sie nun zurückkehren, so bringen sie etwas Blütenstaub mit, den sie auf den klebrigen Hörnern der Narben zurücklassen.
1. Aronsstab.
1 A. Blütenstand: 1. Steife Haare, 2. Staubgefäße, 3. verkümmerte, 4. wirkliche Fruchtknoten.
2. Kleiner Huflattich.
Und wenn du nun den Aronsstab oder die Aronswurz finden kannst, so will ich dir eine wirkliche Insektenfalle zeigen. Er hat eine weißliche tütenförmige Blüte mit einem purpurfarbenen Kolben im Innern. Im Frühling hat diese Blume einen sehr starken Geruch. Dieser lockt die Insekten an, und sie kriechen an dem purpurroten Kolben hinab, um nach Honig zu suchen.
Auf ihrem Wege dahin kommen sie an einer Reihe von steifen Haaren vorbei, die von ihrem Gewicht niedergebogen werden und sie vorüber lassen. Dann gelangen sie an einen Ring von roten Staubbeuteln, die noch nicht offen sind. Darauf treffen sie auf einige verkümmerte Fruchtknoten und erreichen endlich die wirklichen Fruchtknoten mit klebrigen Spitzen.
Nun sind sie bis auf den Boden gelangt und suchen nach Honig. Aber ach! Es ist keiner da. Dann versuchen sie zurückzugelangen. Aber die steifen Haare biegen sich nicht nach oben, und die Insekten sind Gefangene. Sie sind für ein oder zwei Tage eingeschlossen, dann verwelken die klebrigen Narben der Fruchtknoten und jede schwitzt einen Tropfen Honig aus. Die Insekten sind also nicht betrogen. Zu gleicher Zeit platzen die Staubbeutel, und der Blütenstaub fällt auf die Insekten. Dann verwelken auch die Staubgefäße und die Haare, und die Insekten können ihrem Gefängnisse entschlüpfen.
Wenn sie an den verwelkten Staubbeuteln vorbeikommen, streifen sie den übriggebliebenen Blütenstaub ab und tragen nun auf ihrem Rücken genug davon zu anderen Blumenfallen.
Man kann dies sehr leicht selbst sehen, wenn man zwei Aronsstäbe beobachtet und zwar eine junge Pflanze mit vollen Staubbeuteln und eine alte, in der diese schon verwelkt sind.