Nachdem nämlich die Hyazinthe zu blühen aufgehört hat, werden die Blätter lang, bereiten Nahrung und senden diese zu den schuppigen Blättern unter der Erde hinab. Die Zwiebel wird dadurch dick und kräftig, und auch die kleine Knospe im Innern wird größer. Dann liegt sie den ganzen Winter hindurch ruhig, und wenn nun der Frühling kommt, wird die kleine Knospe aus den dicken schuppenförmigen Blättern Nahrung nehmen und zu einer neuen Pflanze heranwachsen.
Suche sechs Pflanzen, zwei, die Nahrung in der Wurzel, zwei, die Nahrung im Wurzelstock und zwei, die solche in Knollen aufspeichern.
Lektion 15. Unterirdische Gemüse.
Nun werdet ihr imstande sein zu verstehen, wie es kommt, daß wir solche nahrhaften Gemüse aus dem Küchengarten erhalten. Die Bienen nehmen Honig und Blütenstaub aus den Blüten der Pflanzen. Wir nehmen den Zucker und die Stärke und andere Nahrung, die sie in ihren Blättern, Wurzelstöcken und Stengeln aufspeichern.
Die Mohrrübe, die Pastinake und die Rübenarten sind Pflanzen, die im ersten Jahre Nahrung in ihren Wurzeln aufhäufen und im zweiten Jahre blühen. Deshalb säen wir sie im ersten Jahre in fruchtbares Erdreich, und wenn sie dann einen ordentlichen Vorrat von süßer Nahrung aufgespeichert haben, ziehen wir sie aus und essen sie, ehe sie blühen können.
Wenn man eine dieser Pflanzen bis zum zweiten Jahre im Boden ließe, so würde sie blühen und Samen bilden. Aber eine Kohlrübe wird im ersten Jahre blühen, wenn man sie ganz früh im Frühling sät und den ganzen Sommer über stehen läßt. Deshalb säen wir unseren größten Vorrat von Kohlrüben im Juni und Juli, so daß sie nicht blühen, bevor wir sie im Winter gebrauchen.
Da höre ich jemand sagen: „Weshalb wird hier die Kartoffel nicht genannt?“ Aber Kartoffeln sind keine Wurzeln wie Mohrrüben und Rüben. Wenn man eine Kartoffel genau ansieht, so wird man einige vertiefte Stellen in der Schale finden, die „Augen“ genannt werden. Besonders deutlich treten sie hervor, wenn man die Kartoffel wäscht und sorgfältig betrachtet.
Jedes dieser Augen ist ein kleiner Keim mit einer wachsenden Spitze und den Anlagen zu Blättern. Nun wißt ihr aber, daß eine Wurzel keine Blätter tragen kann. Sie kann nur eine Knospe auf der Spitze haben, wo der Stengel beginnt. Die Kartoffel kann also keine Wurzel sein.
Wenn ihr einige Kartoffeln ausgrabt und die Wurzeln sorgfältig betrachtet, so werdet ihr sehen, daß jede einzelne am Ende eines weißen Stengels wächst, der von den Wurzeln sehr verschieden ist. Eine Kartoffel ist eine Verdickung am Ende eines Stengels, der unter dem Boden wächst. Sie ist ein Knollengewächs.