»Nein, bester Onkel, ich danke, ich muß bei dem Wagen bleiben, es wird Pluto zu sauer!« antwortete Carl und sah mit glänzendem Blicke nach dem Sattel hinauf, in welchem er so gern Platz genommen hätte.

»Nein, nein, Carl, eine Ehre ist der andern werth; Du hast Deinen Brüdern eine Freude gemacht, und es ist nun an mir, auch Dir eine solche zu bereiten. Steig auf, flink, ich bleibe beim Wagen und werde ihn statt Deiner schieben.«

»Aber, bester Onkel, wenn das Jemand sähe – ich zu Pferde und Du hinter dem Wagen – das geht ja nicht!«

»Eine jede Arbeit ehrt den Mann, Carl; wer mich nicht hinter dem Wagen sehen mag, der muß einen andern Weg blicken. Schnell auf das Pferd, darfst es einmal tüchtig laufen lassen, nimm Dich aber in Acht, schiebe die Füße nicht zu weit in die Steigbügel, damit Du mir nicht darin hängen bleibst, wenn Du herunterfallen solltest.«

»Hat nichts zu sagen, Onkel, ich habe den Rappen schon zu oft in das Wasser geritten, ich falle nicht herunter,« erwiederte Carl und sprang behend in den Sattel.

»So, nun sage der Mutter, daß ich Fuhrmann geworden sei und bald mit der reichen Ladung nachfolgen würde,« sagte Turner, worauf Carl den Rappen in Galopp setzte und davon jagte.

Die flüchtigen Tritte des Rosses, als Carl in den Hof sprengte, lockten Madame Turner in die Hausthür, wo ihr der Knabe lachend zurief, was ihm sein Onkel zu bestellen aufgetragen hatte. Dann übergab er das Pferd einem Knecht und lief nun rasch wieder nach der Straße hinunter, dem Wagen entgegen zu eilen und Herrn Turner dort abzulösen.

Der Mond stieg glühend roth über den dunkeln Bergen auf und blickte in das Thal herab, in welchem die Kluse lag, als der Wagen vor dem Hause anlangte und Pluto sich ermüdet niederlegte.

»Hier, Mutter, wir haben Alles glücklich hergebracht, es ist Nichts entzwei gegangen,« rief Arnold seiner Mutter triumphirend zu, als diese aus dem Hause hervorsprang, um ihre Lieben zu bewillkommnen.

»Und wie schön war die Fahrt, ich sage Dir, Mutter, ganz prächtig,« fiel Wilhelm ein.