Carl Maria Weber in der Bonner Zeitung: Unter unsern zeitgenössischen Lyrikern hat kaum einer das Erleben des geistigen Großstädters, das benervte Schauen, das wollüstig-grausame Verfallensein an dieses Geröll von Lebendigem und Seelenlosem mit solcher Intensität gestaltet wie Armin T. Wegner. Visionen sind hier geballt von bedrückenden Schattendimensionen. Gläserne Dichte haben für ihn Mauern und Wände, kochende Lust und sieches Elend zudeckende Gewänder. Denn dieses Buch der Städte ist kein Bilderbuch (und keine ist irgend genannt; er meint die Stadt als dämonisches Wesen, Irrgarten der Leidenschaften, Denkmal menschlicher Kraft und Unnatur); er sagt auch — und zumeist vom Menschen aus, der sie schuf, der in ihr gefangen ist, an tausend Ketten zerrend, ihrem Mittelpunkt — wie er der Mittelpunkt der Welt überhaupt ist (oder doch sein sollte). Gesunde, unschwüle und unsentimentale (also unverlogene) Sinnlichkeit strahlt allenthalben auf — was Wunder, daß selbsthasserische, puritanische Schnüffelbolde zum Staatsanwalt liefen, der im Interesse der öffentlichen Moral auch (kurz vor der Revolution) gleich bei der Hand war, die Konfiskation des inkriminierten Buches zu veranlassen.
Hans Franck in der Frankfurter Zeitung: Es gibt kein deutsches Versbuch, in dem das Gesicht der großen Stadt mit gleicher Wucht und Wahrhaftigkeit durch das Wort nachgestaltet wurde.
Richard Dehmel: Und alle Lebensgluten sind mit der Ehrfurcht betrachtet, die das Häßliche wie das Schöne als gottgewollt liebt und das irdische Grauen himmlisch verklärt.
Nord und Süd: Ein ethischer Wanderer ist er, großen Stils.
Josef Winkler in der Rheinisch-Westfälischen Zeitung: Er ist der erste Sänger der modernen Großstadt, wie sie wirklich ist. Man behauptete mal, wenn nur eine Großstadt bestehen bliebe, könne diese mit ihren Menschen und Mitteln aus einem Weltuntergang unsere ganze Kultur neubauen. An diesen Ausspruch muß man denken vor dem Reichtum, den Wegner in seinem Buch aufdeckt: vom titanischen Rhythmus des ungeheuren Schaffens der zusammengeballten Millionen .... Ich begrüße ihn als einen wahrhaft schöpferischen, visionär begnadeten Dichter.
Anmerkungen zur Transkription
Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten. Offensichtliche Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):
- ... des Todes bedeutet, nnd das der bekannte ...
... des Todes bedeutet, [und] das der bekannte ... - ... geboren. Als könnte ich dir heute nur all jene ...
... geboren. Als könnte ich [Dir] heute nur all jene ... - ... wie in vergangenen Jahren auf irgendeiner ...
... wie in vergangenen Jahren[,] auf irgendeiner ...