Frau Selicke (immer noch ganz erstaunt): Ach, nein! ..... wahrhaftig? Also Sie sollen jetzt wirklich Pastor werden?

Wendt: Nun ja! Und ... wie Sie sehn! Ich freue mich sogar von Herzen drüber!

Frau Selicke: Ach ja! Und Sie waren ja auch immer so fleissig! Ich habe Sie wahrhaftig manchmal recht bedauert! Wenn ich so denke, so die ganzen letzten Wochen, Tag und Nacht, immer hinter den Büchern ...

Wendt: Ach, ich bitte Sie! Was hing aber auch nicht alles davon ab? Alles! Alles! Geradezu Alles! — Und dann, was ich Ihnen noch gleich sagen muss, ich reise jetzt natürlich nicht erst Drittfeiertag, sondern schon morgen!

Frau Selicke: Schon morgen?

Wendt: Ja! Na, die Sachen sind ja schon alle so gut wie gepackt, und ... e ... aber ich vergesse ganz! (Zum alten Kopelke): Sie sprachen vorhin von Linchen?

Kopelke: Ick? Nu ja! Ick .. det heest .. ick .. e ... (sieht zu Frau Selicke hinüber).

Frau Selicke: Aber setzen Sie sich doch, Herr Kopelke! Woll’n Se sich nicht setzen? Ich mach Ihnen noch schnell ’ne Tasse Kaffee!

Kopelke (zu Wendt): Hm ... ja ... sehn Se, ick ... (Plötzlich zu Frau Selicke): ’ne Tasse Kafffe? (In sich hineinschmunzelnd, sich vergnügt die Hände reibend): Hm! ... ’ne Tasse Kafffe is jo wat sehr wat Scheenet! Wat sehr wat Scheenet! ... Abber ... Nee, Frau Selicken! Nee! Heite nich! Det verlohnt sick nich! Wahhaftijen Jott! Abber ick muss heite noch unjelogen hinten in de Druckerei! ... Se wissen ja! Det mit de ollen, deemlichen Krankenkassen! ...

Frau Selicke (nach der Küche hin): Na, denn werd’ ich wenigstens noch’n paar Kohlen unterlegen! (Mit einem Blick auf die Uhr): Toni muss ja jeden Augenblick kommen! (Verschwindet durch die Küchenthür, hinter der bald darauf Licht aufblitzt.) ’n Augenblickchen!