Kopelke (klopft sich mit der Cigarre auf dem Daumen herum): Ja, wissen Se! Offen jestanden! Abber det kann ick den Mann eejentlich janich verdenken! Denn, Se könn’n sagen, wat Se wollen — ick bin man sozesagen ’n ganz eenfacher Mann, verstehn Se! Abber det kann ’k Ihn’n sagen: mit det Kind is’t retour jejangen! Schon wenn se een’n immer so anseht, verstehn Se! — wahhaft’jen Jott, abber so wat kann eenen durch un durch jehn!
Wendt (finster): Hm ... Also Sie meinen, dass wirklich Gefahr vorliegt?
Kopelke (ausweichend): Jott! det nu jrade! Det will ick nu jrade nich gesagt haben! Abber, wie det so is, verstehn Se! Et mangelt hier den Leiten an’t Neethichste, wissen Se! (Macht die Bewegung des Geldzählens). Die kennen ooch man nich immer so, wie se wollen!
Wendt (geht erregt ein paar Mal auf und ab): Ach Gott, ja! .... Na! Es wird ja mal .... anders werden!
Kopelke: Ja! Wenn eener immer ville Jeld hat, wissen Se, denn mag’t ja wol noch jehn! Ja. Det liebe Jeld! ... Nehm’n Se mir mal zun Beispiel! Ick wah ooch nich uf’n Kopp jefallen als Junge! Ick wah immer der Erste in de Schule! Wat meen’n Se woll?! .. Abber de Umstände, wissen Se! de Umstände! Et half nischt! Vater liess mir Schuster weer’n! ... Freilich, mit die Schusterei is det nu ooch nischt mehr heitzudage! Die ollen Fabriken, wissen Se! Die ollen Fabriken rujeniren den kleenen Mann! ... Sehn Se! So bin ick eejentlich, wat man so ’ne verfehlte Existenz nennt! Nu bin ick sozusagen alles un janischt! ... Ja! ... Da bring ’k mal een’n durch’n Prozess, da wird mal’n bisken jeschustert, dann mal mit de Homöopathie und denn mit det Silewettenschneidern, wie det jrade so kommt, verstehn Se! Ja! ... Freilich! Se haben alle nischt, die armen Deibels, den’n ick ....
(Die Uhr schlägt sechs.)
Wat?! Sechsen schon?! Hurrjott! ... (Wickelt sich schnell den Shawl um) ... den’n ick jeholfen hab’, meen’ ick! ... (Umhersehend): Hanschuh’n hat ick ja wol zufällig keene nich jehappt? ... Na, abber man krepelt sick so durch! (Wendt’s Hand schüttelnd): Wah mich sehr anjenehm, werther junger Herr, wah mich sehr anjenehm! ..... Dunnerwettstock, det wird ja die allerheechste Eisenbahn! (Macht ein paar eilige Schritte auf die Corridorthür zu, besinnt sich dann aber wieder und kehrt um): Na, ick kann ja denn ooch man jleich hinten rum! (Schon in der Küchenthür): Un denn, det ick det nich verjesse: Verjniegte Feierdage! Morjen frieh seh ick Ihn’ doch noch?
Wendt: O, danke, danke! Natürlich!
Kopelke: Scheeniken! Atchee! (Klinkt die Küchenthür auf.) ’n Abend, Frau Selicken!
Frau Selicke (hinter der Scene in der Küche): Was? Sie wollen schon gehn?