Wendt: Oh ... (Macht eine abwehrende Handbewegung und tritt auf sie zu.) Meine liebe, gute Frau Selicke ... (Drückt ihre Hand.)

Frau Selicke (mit der Schürze an den Augen, ist mit ihm an’s Bett getreten. Kann kaum sprechen vor Weinen): Sehn Sie ... da ...

Wendt (steht mit ihr in stummer Trauer vor’m Bett.)

Toni: Mutterchen! Komm!

Frau Selicke (sich die Augen trocknend, sich zusammennehmend): Ja, ich will ... Um elf geht Ihr Zug, Herr Wendt?

Wendt: Ach! (Handbewegung. Frau Selicke will auf die Küchenthür zu.)

Toni (man merkt ihr grosse Ermattung an): Lass nur, Mutterchen! ... Ich will das schon alles besorgen! Du musst unbedingt ein bischen ruhn! Komm, Mutterchen! Komm! ...

(Frau Selicke lässt sich willenlos von ihr langsam zur Kammer führen. Toni drückt leise die Thür hinter ihr zu. Sie bleibt einen Augenblick mit allen Anzeichen grosser Müdigkeit bei der Thür stehen, nimmt sich dann zusammen und macht ein paar Schritte auf die Küchenthür zu. — Die Uhr schlägt neun.)

Wendt (beim Bett, leise): Und heute — wollt’ ich — mit Deinen Eltern reden ...

Toni (äusserst abgespannt): Was? .. Neun schon? ... Ach ja, ich muss ja noch ... Sie müssen ja — um elf — fort ...