Zweimal las Tonidandel dieses Schriftstück sehr aufmerksam. Dann pfiff
er durch die Zähne. Wie weggeblasen war nun das „Haarweh“. Und in seinen
Augen glänzte eine seltsame Freude. Wie Donnerrollen klang der Ruf:
„Jovo, hereinkommen!“

Der Kompagnieschreiber Jovo erschien, erwies stramm die Ehrenbezeugung.
„Zu Befehl, Herr Kommandant!“

„Da! Vorlesen diesen Regimentsbefehl!“

Jovo nahm gehorsamst dieses Schriftstück und las es mit geschraubter Stimme laut vor. Beim Worte: „Pfaffen“ stockte er, las es zweimal und hielt verblüfft inne. Seine Augen waren groß wie Pflugräder geworden. Und der Mund stand so weit offen, daß ein Leiterwagen hätte hineinfahren können.

„Noch einmal vorlesen das Wort!“ donnerte der Kommmandant.

Gehorsam las Jovo: „Alte Pfaffen vorfinden!“

„Gut! Du bestätigst also, daß ‚Pfaffen‘ geschrieben und zu lesen ist!“

„Zu Befehl, Herr Kommandant, ja! Es steht deutlich geschrieben:
Pfaffen!“

„Gut! Geh in das Pfarrhaus und hole den Prota! Das ist der einzige alte
Pfaffe[6], den wir hier haben! Abtreten!“

Eine Viertelstunde später stand der ehrwürdige Greis vor dem
Kompagniekommandanten. Verschüchtert, demütig, zitternd.