„Das ist nebensächlich! Nun wollen wir dem Starešina das ‚Bilikum‘ reichen!“ Tonidandel füllte einen Pokal mit Wein, hielt eine kleine Ansprache an den Gast, der sich so wohl fühlen möge im Hause wie im eigenen Heim, und reichte dann dem Pokal dem Vorsteher, der aufrecht stehend den Willkommspruch angehört hatte, sich nun verbeugte, den Pokal entgegennahm, einen Segenspruch für den Hausherrn feierlich sprach und den Pokal auf einen Zug leerte.
Die Offiziere leerten ihre gefüllten Gläser gleichfalls bis zur
Nagelprobe.
„Und nun zu Tisch!“
Während die Herren sich setzten, trug der Diener eine Schüssel voll
Kartoffeln herein.
Trotz der großen Befangenheit richtete der Likaner einen neugierigen und forschenden Blick auf den Inhalt der Schüssel. Und dabei rutschte ihm die Frage heraus: „Što je to?“ (Was ist das?) Tonidandel füllte den Teller des Vorstehers mit Kartoffeln und sprach schmunzelnd. „Erst essen! Die Erklärung wird alsbald folgen! Greif zu, Herr Hauptmann!“
Die Offiziere nahmen aus der Schüssel, doch nur je eine Kartoffel und aßen mit gut geheuchelten Appetit.
Zögernd griff der Starešina zu, beguckte das ihm fremde Gericht, stocherte daran und schnupperte vorsichtig. Da er sah' daß die Offiziere das seltsame Zeug wirklich verzehrten, gewann der Vorgesteher doch so viel Vertrauen, ein Stück davon in den breiten Mund zu schieben.
„Was wir da essen, sind Erdäpfel, Krompir, lieber Starešina! Erdäpfel, was wachsen in unserem Küchengarten! Wirklich Erdäpfel, die aber die Graničari[2] nicht essen wollen!“
Der Vorsteher hatte rasend schnell eine zweite Kartoffel gegessen und rief geradezu frohlockend. „To je guska! Das ist Gans! Schmecken nach Gansbraten sehr gut! Prozim! (Ich bitte!) Darf ich noch mehr davon essen?“
Der Kommandant erwiderte lachend. „Nur zu! Alles dürfen Sie essen! Bis
Ihnen die Ohren stauben! Der Starešina soll sich ja überzeugen, daß die
Erdäpfel wirklich sehr gut schmecken!