„Ich hun koanen!“

„Na, so gieb mir halt einen Weidling Milch für einen Sechser!“

Ein forschender Blick streifte den Besucher, dann holte Urschi die verlangte Milch aus dem Kellerchen und stellte sie nebst einem Blechlöffel auf den Tisch in der Hütte, wo inzwischen Ehrenstraßer Platz genommen hatte.

Die Geldmünze, welche der Richter sogleich auf den Tisch legte, ignorierte Urschi, weshalb Ehrenstraßer möglichst harmlos sagte. „Brauchst keine Angst zu haben, mein Geld ischt echt!“

Jäh wendete sich die Sennin nach dem Sprecher um und warf ihm einen stahlharten Blick zu.

„Bischt vielleicht schon ausgeschmiert worden mit falschem Geld, weil du so grimmig schaust?“

„Wer seid 's Ös denn, Herr?“

„Ich? O mein', ich bin gleich nur so ein Schulmeisterle aus Innsbruck und mach' eine Spritztour!“

„So? Na, dann behalt' nur den Sechser, die Milch kostet nix!“

„Auch recht! Ich dank' halt recht schön! Unser einer muß die Kreuzer zusammenhalten, auf daß ein Gulden d'raus wird!“