„Um Gotteswillen! Was bewegt dich so sehr? Was ischt denn vorgefallen?“
Das Mädchen erbebte und weinte heftig, ohne eine Antwort zu geben.
Forschend richtete der Richter seine scharfen Blicke auf die Tochter, deren Verhalten ihm völlig unfaßbar erscheint.
„Hat es zu Hause Verdruß gegeben, Emmy?“
Die Tochter schüttelte den Blondkopf.
„Ischt dir jemand zu nahe getreten? Ich kann das bei den ruhigen Verhältnissen in unserm Städtchen nicht glauben. Sprich, mein Kind! Und vergiß nicht: Ich bin zur Arbeit hier verpflichtet! Sprich!“
„Ich kann nicht, lieber Papa!“ stammelte Emmy.
„O, Weiber! Widerspruch über Widerspruch! Da kommst du mir in die Kanzlei in einem Zustande, der an Fassungslosigkeit grenzt, suchst eine Aussprache mit deinem Vater und nun du reden darfst, und sollst, heißt es: Ich kann nicht reden! Das verstehe, wer will; ich verstehe es nicht!“
„Verzeihe, guter, lieber Papa!“
Der Richter wurde stutzig und wiederholte die Worte: „Verzeihe, guter, lieber Papa! Das klingt gewissermaßen verdächtig! Ist im Herzkämmerchen etwas nicht in der Alltagsordnung, was?“