Lodron räusperte sich verlegen, die Kapitulare zuckten die Achseln.
„Eh' ich nicht weiß vom baldigen Ende widerrechtlicher Haft, will von
Resignation ich nimmer hören!“
Zögernd sprach Graf Lodron: „In Freiheit, so glaubt das Kapitel, werden Euer Gnaden nicht nach Wunsch die nötige Urkund' unterzeichnen, daher muß die Haft bis dahin währen!“
Wolf Dietrich sprang auf und rief grollend: „Nimmer werd' ich einwilligen! Nur wenn frei, setz' meinen Namen ich darunter! Sagt das den undankbaren Herren! Gewalt zwingt keinen Raittenau!“
Der Obristleutnant Herleberg trat in den Saal, angelockt von dem Lärm der Stimme des Gefangenen.
Erbost darob protestierte Wolf Dietrich energisch gegen die Einmischung eines bayerischen Büttels.
Nun machte der Offizier ein rasches Ende, erklärte mit zornbebender
Stimme, daß die Haft verschärft werde durch Entzug von allem
Schreibmaterial und künftig niemand außer den Kapitularen zugelassen
werden würde.
Hochfahrend höhnte Wolf Dietrich: „Wollt selbst die Büttelwach' Ihr halten, sei's drum, nur bleibet außen und verschont mich vor Eurem Anblick!“
Soldaten traten ein, um den Gefangenen in den Kerker zurückzuführen. Wolf Dietrich wandte sich schnell zu Perger und fragte ihn, wo Lamberg weile.
Die Auskunft, daß der Getreue nach Gurk verzogen sei, stimmte den
Erzbischof ersichtlich trübe, ruhig ließ er sich hinwegführen.