Es war geschehen. Eine tiefe Bewegung erfaßte die Versammlung.
Ergriffen trat Wolf Dietrich zurück und bat in erschütternden Worten um
Mitleid für Salome und die unschuldigen Kinder.
Kühl erwiderte Graf Lodron: „Es wird nach Möglichkeit dafür gesorgt werden!“ Zu den Kapitularen gewendet rief der Graf: „Die Kommission hat zum Zeugnis die Urkund' mit zu unterfertigen.“
Schon wollte der Fürst sich entfernen, da ersuchte ihn Lodron, einen
Augenblick zu verweilen.
„Was soll noch geschehen?“ rief schmerzbewegt Wolf Dietrich aus.
„Euer Gnaden wollen noch eine Vollmacht unterzeichnen, zur Vertretung Eurer Hochfürstlichen Person am päpstlichen Hofe! Die Urkund' ad hoc liegt bereit! Ich bitte um Unterfertigung!“
Wolf Dietrich unterschrieb nach flüchtiger Durchlesung auch dieses
Schriftstück und sprach dann kurz mit Perger, den er bat, sich um Salome
zu sorgen Mit keinem Wort gedachte der Fürst seiner selbst, seine
Fürsorge galt nur Salome und den Kindern.
Schluchzend gelobte Perger, nach Kräften einzustehen und eine finanzielle Sicherstellung der Frau v. Altenau zu erwirken.
Herleberg trat in den Saal und fragte: „Sind die Herren fertig?“
Als Lodron bejahte, befahl der Burgkommandant die Verbringung des
Gefangenen in den Kerker.