„Wie käm' der Unterthan zu solchem Glücke!“

„Ja, ein irdisch Glück ist mir geworden, ein traumhaft Glück! Und manchmal will der Gedanke mich beschleichen, als sollt' ich dereinst büßen für die Wonne des profanen Lebens!“

„Noch lebt mein gnädiger Herr im Glück und in der Blüte! Sorgen genug wird bringen das Alter! Alles zu seiner Zeit! — Doch wenn Hochfürstliche Gnaden verstatten, möcht' ich erwähnen der Angelegenheit, die mich veranlaßt hat, so schnell es ging, zum gnädigen Fürsten zu eilen!“

„Was soll es sein?“

„Dr. Lueger, in Steuersachen Rat bei fürstlicher Hofkammer, bat mich, die Meldung für ihn, den Vielbeschäftigten, zu übernehmen, daß Salzburgs Bürgerschaft revoltieren will ob der neuen Steuer auf jeglichen Wein!“

„Sollen dankbar sein, daß ich den Saufteufel ihnen fasse!“

„Und dann ist Dr. Lueger der Meinung, es werde die neue Besteuerung des Adels wie des höheren Klerus und der Klöster sich nicht durchführen lassen. Es regne Proteste in die Hofkammer, man wisse sich nimmer zu helfen.“

„Lueger soll nur fest bleiben, ich will die neue Steuer durchgeführt sehen, sie sollen nur zahlen! Auf das Gekreisch geb' ich nichts! Wer zahlen soll, schreit immer! — Doch genug von solchen Dingen. Behagt es dir, liebwerter Freund, so nimm Quartier auf Hohenwerfen, und zum Abendbrot sehen wir uns wieder.“ Launig fügte Wolf Dietrich bei: „Graf Lamberg wird sich wohl nicht wie der Werfener Pfarrer scheuen, an meinem Tisch zu sitzen und Reverenz zu erweisen meiner — Fürstin?“

„Euer Hochfürstlichen Gnaden sag' ich submissesten Dank für sothane
Einladung und werd' mich glücklich preisen, der gnädigen Gebieterin die
Honneur bezeigen zu dürfen!“

„Das klingt fürwahr anders als die Werfener Melodei, ich danke dir, Lamberg, und nun auf Wiedersehen! Ich will Salome von deiner Ankunft verständigen!“