Die lange Hauptgasse des Marktes Admont hinaufschreitend, erblickte Emil am Hotel „Zur Post“ zu seiner freudigsten Überraschung seinen Adjutanten Baron Wolffsegg, der soeben wegfahren wollte. Sofort rief Emil den sehr länglichen, elegant gekleideten Zwetschgenbaron an. Und Wolffsegg verließ sofort den Wagen, als er den Prinzen erkannte, nahm eine stramme Haltung an und zwirbelte den rotblonden Bart auf. Im Schatten des ziemlich großen Strohhutes waren die unzähligen Sommersprossen auf Nase und Wangen nicht zu sehen, die vor der Erbschaftsübernahme den Reichtum Wolffseggs gebildet hatten.

Auf den ersten Blick gewahrte Emil, daß der zu Geld gekommene Adjutant sich jetzt fühlte, sich auch elegante Kleider zugelegt hat.

Wolffsegg erwies Reverenz mit erlesener Höflichkeit wie stets, aber doch mit einer Nuance, die merken ließ, daß man jetzt auch wer sei, nicht mehr der in Ehrfurcht ersterbende Habenichts und Bärenführer. Er lud den Prinzen ein, sich auf das Hotelzimmer zu bemühen. „Wollte soeben nach Hall fahren, mich melden bei den durchlauchtigsten Herrschaften!“

Emil lachte: „Bei mir ist die Meldung nicht mehr nötig! Mama wird sich freuen, den getreuen Wolffsegg, jetzigen Dukatenhamster, wiederzusehen! Gondeln Sie so bald wie möglich hinaus!“

„Zu dienen, Durchlaucht!“

Im Hotelzimmer angelangt, klopfte Emil auf den Busch mit der Frage, ob sich die Trauerfeier ausgiebig gelohnt habe.

„Untertänigsten Dank! Ausgiebig ist ein dehnbarer Begriff! So viel ist es, daß ich, falls dazu die Lust kommt, eigenen Kohl bauen und mir den Luxus einer Liebesheirat leisten kann!“

„Ah, was Sie sagen?! Also mächtig viel Moneten! Gratuliere heftig! Wissen Sie denn was anfangen mit dem vielen Zeug?“

„Einstweilen alles in sicheren Papierchen in einer soliden Bank deponiert!“

„Alles?“