Die Poesie des Vergehens lockt Schnitzler immer und lohnt seine liebevolle Hingabe an die Schatten, die auf den Lebensweg fallen, mit dichterischen Erfolgen. Die Gestalten, die er zeichnet, sind der Reflexion verfallen, aus der Reflexion heraus erstehen die Konflikte. Eine weichgestimmte Natur, hegt er edle Instinkte. Frauen, die Chopin gerne spielen, müssen Schnitzler gerne lesen.

(Neues Wiener Tagblatt)

Leutnant Gustl

Novelle. 18. Auflage. Geheftet 1 Mark, gebunden 2 Mark

Eine bittere Satire vom militärischen Standpunkt aus, aber als Erzählung von prachtvoller Geschlossenheit, in jedem Zuge lebendig, und wie virtuos dabei in der Ausführung! Selten ist das Innere eines in engen Vorurteilen befangenen Menschen, der durch ein Ungefähr in fieberhafte Aufregung gerät, meisterhafter durchleuchtet und dargestellt worden als in dieser auch stofflich höchst spannenden, aus einem einzigen Monolog bestehenden Novelle.

(Dresdner Anzeiger)

Dämmerseelen

Novellen. 12. Auflage. Geheftet 2 Mark, gebunden 3 Mark

Schnitzler beweist auch in seinem neuesten Werkchen jene außerordentliche Treffsicherheit des Tones, die im Konzert der zahlreichen europäischen Musikanten leicht an ihren Sonderakkorden erkannt wird. Von jener weltmännischen Gewandtheit, die nur irrtümlich als oberflächlich gilt, weil sie schamhaft genug ist, heiße Tränen hinter dem heimlichen Wappenschilde des Lächelns zu verbergen, läßt er durch die Maske des spielerisch tändelnden Dandys das wahre Antlitz des sinnenden ernsten Dichters lugen.

(Breslauer Morgenzeitung)