Johanniter Ordensblatt: Zu den amüsantesten Büchern, die je geschrieben wurden, gehört unbedingt „Das Buch der 1000 Wunder“ von Fürst und Moszkowski aus dem Verlage von Albert Langen in München. Mit einem erstaunlichen Aufwand von Belesenheit und einer wahren Freude daran, alt und jung aus einer Überraschung in die andere zu jagen, haben die beiden Verfasser da aus den Riesenbüchern der Natur und des Menschenlebens zusammengetragen, was irgend an seltsamem, wunderbarem, schier unbegreiflichem Tatsachenmaterial sich herausfinden ließ, und unterbreiten es mit einer Sprachgewandtheit, der kein technisches und kein wissenschaftliches Problem zu schwierig ist, um es jedem Laien mundgerecht zu machen, dem halbbetäubten Leser zum weiteren Überdenken ihres Rätselchaos, das sich nach ihrer Versicherung doch eben nur an verbürgte Tatsachen hält. Von den sieben Weltwundern der Alten geht es zu den modernen Bauwundern. Wir hören von den Wundern des Menschen- und des Tierlebens. Die anregendsten mathematischen Spielereien liefert die Zahlenwelt. Wunder der Sprache, des Wahns, Wunder der Technik, der Physik und Chemie, Wunder der Erde und des Himmels wirbeln durcheinander. Genug, es ist ein Buch de omnibus rebus et de quibusdam aliis, das sich eigentlich nie ausliest.
Protestantenblatt, Berlin: Ich habe dies Buch mit ebenso starkem Interesse gelesen, wie meine heranwachsenden Kinder. Liest der eine die Geschichten aus dem Tierleben, wie er Märchen liest, lernt der andere Geheimnisse der Technik spielend kennen und eignet sich allerlei Anekdoten, Zahlenspielereien usw. für gesellschaftliche Unterhaltungen an, so bietet es dem religiös interessierten und theologisch suchenden Leser unendliches Material nicht nur zur eigentlichen Wunderfrage: Die Wunder der Erde und des Himmels sind Anmerkungen und Beispiele zu einer modernen Auslegung der Naturpsalmen; das theologisch wichtigste Kapitel sind die mystischen Wunder, die unter weitgehender Kritik von Swedenborg, der Seherin von Prevorst und vielen andern erzählen, ins Unterbewußtsein und das Traumleben hineinführen und etwas ahnen lassen von den vielen Dingen zwischen Himmel und Erde, von denen die Schulweisheit sich nichts träumen läßt. Man liest das Buch bei seiner volkstümlichen Darstellung wissenschaftlicher Gedankengänge gern oder man blättert darin zwischen der Arbeit; der Theologe entnimmt daraus mancherlei Züge für Predigt, Unterricht und Familienabende.
Prometheus, Leipzig: Eine höchst seltsame Erscheinung auf dem (oft so langweiligen) Markte „populärwissenschaftlicher“ Bücher! . . . die beiden, die da also ausschreien, sind zwei tüchtige, bewährte Leute, und wer ihnen näher ins Gesicht schaut, erkennt den tiefen Ernst, mit dem sie ihr Handwerk ausüben. Sie wissen: Aus dem Staunen über das Wunderbare wird der Drang zur Erkenntnis geboren, und sie drücken daher den aus ihrer Jahrmarktsbude Austretenden einen Zettel in die Hand für den Fall, daß sie sich weiter mit den Dingen „beschäftigen“ wollen. Eintreten, lieber Leser! —
Volksstimme, Chemnitz: Dieses Buch wird . . . sehr viele Käufer finden. Und die es kaufen, werden ihre Freude daran haben. In den Arbeiterbibliotheken wird es sicherlich bald zu Hause sein. Es birgt eine große Fülle ernsthaft unterhaltenden und belehrenden Inhalts aus allen Gebieten. Wer einmal angefangen hat, darin zu lesen, möchte nicht wieder aufhören. Welche Seite wir auch aufschlagen, immer fesselt uns, was dort geschrieben steht. Mit findigem Geiste haben die Verfasser alles höchst Bemerkenswerte aus dem Menschenleben — das Wunderbare — aus der Natur und dem Reiche der Gedanken herausgegriffen, um es (und seien es die schwierigsten Probleme) in leichtverständlicher Sprache auch dem Nicht-Vorgebildeten bildkräftig vorzutragen . . .
Dr. Karl Busse in „Velhagen und Klasings Monatshefte“, Berlin: Viel Vergnügen und Belehrung hat mir auch „Das Buch der 1000 Wunder“ verschafft. Zwei Sammler haben darin Unbegreifliches, Überraschendes, Seltsames aus Erscheinungs- und Gedankenwelt zusammengetragen; sie haben das Wunderbare gesucht, alles, was aus der Regel herausfällt, und es dem Leser mundgerecht gemacht. Bauwunder und Wunder des Menschenlebens, Wunder der Tierwelt und Wunder des Wahns, mystische Wunder und Zahlenwunder, Wunder der Physik und Chemie und Wunder der Technik, Wunder der Erde und des Himmels, der Sprache und der Schönheit werden uns vorgesetzt und beschäftigen unsre Phantasie. Ich schlug das Buch auf und fand den Satz: „Weiße männliche Katzen mit blauen Augen sind stets taub, Katzen mit gelb, weiß und schwarz geflecktem Fell sind stets weiblich. Warum? Man weiß es nicht.“ Nach diesen Worten war ich entschlossen, weiterzulesen, und wochenlang habe ich allnächtlich vor dem Einschlafen in dem Werke geschmökert. Vielleicht macht es auch anderen Leuten Spaß. Wie sehr es sich in die Stimmung eines romantischen Geschlechts fügt, das mit Ibsens Nora noch immer das Wunderbare erwartet und in erster Linie von der Phantasie aus zugänglich ist, braucht ja nicht gesagt zu werden.
Druck von Hesse & Becker in Leipzig
Einbände von E. A. Enders in Leipzig
[266. Anordnung der durchgehenden Druckluftschnellbremse, Bauart Knorr, an einer Tender-Lokomotive und einem Personenwagen]
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