vûl, faul: 1. eig. anbrüchig, durch Fäulnis verdorben, morsch; schmutzig, unrein; stinkend. 2. bildl. moralisch verkommen, nichtswürdig, elend, gemein, böse; unwahr, falsch; nautisch: unsicher zu befahren, gefährlich; faul, träge, lässig.

vûl, n. Schlechtigkeit, böse That; Unwahrheit, Falschheit.

vul, adj. voll, erfüllt (m. Gen. oder van); völlig, vollständig, ganz; in dat vulle lant komen, ins Innere des Landes; v. harink, mit Rogen oder Milch; v. sê, water, Hochwasser (v. d. Flut); vulle todrinken, ganze (Becher) kommen; berauscht; vuller wîs, trunkener Weise; vulle wort, in der Trunkenheit gesagte Worte.

vul, adv. völlig, gänzlich, vollends; zur Verstärkung eines Adj. oder Adv.: gänzlich, sehr, z. B. v. vro, sehr früh; v. drade, schleunigst; v. vaken, sehr häufig; vgl. vulna, vulnode.

vul-bedacht, wohlüberlegt, gründlich erwogen.

vul-begerlik, sehr begehrlich, eifrigst.

vûl-bodich, erbötig, bereit.

vûl-bôm, lentiscus, dicister, alnus nigra; adj. -bomen; verb, -bomen, fig. in den Sumpf, ins Elend geraten.

vul-borden (-barden), m. Dat. d. P., m. Dat. oder Acc. der S. oder an, in, to oder abh. Satz: jemandes Willen thun, folgeleisten, zustimmen, genehmigen, ein-, bewilligen, erlauben, zulassen.

vul-border, Gutheisser, Zustimmer, Genehmiger.