we = wi, wir.

wê, adv. weh, schmerzlich; Compar. wêger; wê dôn, werken, weh thun, Schmerz, Leid, Schaden verursachen; geschên m. Dat., Leid widerfahren; werden m. Dat., übel, unbehaglich, krank werden; wesen m. Dat., krank, elend sein, auch: leid sein, l. thun; weue (= wêwe?), male, bosliken, j. penaliter, we, ovele (Gloss.).

wê, n. wêwe, sw. m.? Weh, Schmerz, Leid.

wê, interj. vae, wehe, ach; m. Dat. der P. u. Gen. der S. oder abs. mit vorgesetztem o, oft m. owach oder owi verbunden.

wê, wie, auf welche Weise, als ob.

webbe, n. 1. Gewebe, spec. der Zettel, Aufzug; fig. w. des levens. 2. selbstgewebtes Wollenzeug geringer Güte.

webbe-dreger, Hausierer mit webbe 2? -snure, licia.

wech, m. Weg, Strasse; spec. Rinnsal der Salzsole (Lüneburg); Gang, Marsch, Reise; Entfernung, Strecke, ein Stück Weges; Richtung, Seite, Hinsicht; Art u. Weise, Mittel (oft: w. unde wise); ver weges, weit weg; ein(en) ander(en) wech, ein ander(en) wegen, in ander(en) wech, anderswo, anderwärts, sonst, einandermal; in den wech, entgegen; in unsen wech, unsererseits; ût dem wege, beiseite, fort; bi wege lank, längs des Weges, unterwegs; over wech, überland; to wege, auf die (der) Strasse (vgl. stech), fort, weg; zurecht, zu, (im) Stande; under wege, u. wegen, unterwegs, ungethan; vor wech, vor sich her, der Reihe nach, sofort; vgl. wech II, wege, wegene.

wech (aus in wech, en wech), adv. fort, weg, davon; w. unde weder, hin und her. In vielen Zss., z. B. wech-bringen, fortschaffen, dat lîf, sein Leben retten; -gân, davon gehn, aufbrechen; -gânt der tîd, Lauf der Zeit; -hangen, henken, durch Hängen beseitigen; -komen, entkommen; -leggen, bei Seite legen, entfernen, (Streit) beilegen; -malen, auf fremder Mühle mahlen lassen, sich dem Mühlzwang entziehen; -rapen, entwenden; -rumen, abziehen, weggehn; -slân, intrans. wegziehen; -spanen, abspänstig machen, weglocken; -staden, erlauben wegzugehn, entlassen; -vlote, st. m. Abfluss (des Wassers), Verlauf (der Zeit); -voren, weg-, ausführen; -wiken, entweichen.

wech-gelt, -penninge, Wegezoll; -lageren, nachstellen; -lik = wegelik; -panne, die am wege (s. wech) liegende Pfanne des Salzsiedehauses, Ggs. guncpanne am Gange; -schêde = wegeschêde; -schouwinge, obrigkeitliche Besichtigung der Landstrassen; -spise, Wegzehrung, fig. das Abendmahl; -tal: na w., nach der Länge des Weges (wird Fuhrlohn gezahlt); -verdich (-vardich), reisefertig, zur Reise gerüstet oder auf der Reise begriffen; -wendinge, Wegsperrung, Nötigung einen andern Weg einzuschlagen.