wille, sw. m. Wille, Wunsch, Verlangen, Absicht; Erlaubnis, Zustimmung, Ermächtigung; Zuneigung, Gunst; der vroude w., die Lust fröhlich zu sein; dat scal use gude w. wesen, wir sind damit zufrieden; gudes willen(s), gutwillig; ohne Zwang, auch: aus guter Absicht; ênes willen maken, jem. befriedigen, zufrieden stellen, sich ausgleichen mit, auch abs. w. m., meist = (Busse, Entschädigung) zahlen; ênes willen hebben, Erlaubnis haben von; w. h. mit, ausgesöhnt sein, friedlich stehen mit; na, to w., zur Zufriedenheit; wol to w., geneigt; to, vor w. nemen, sich gefallen lassen, gerne sehen; dor(ch) umme den willen dat, deshalb weil; dor(ch), umme (des) willen, um ... willen, wegen.

wille-bar, willig, gern; vgl. wilbêre.

wille-brêf, Consensbrief, Einwilligungsschein.

wille-kom(e), st. (sw.?) m. das Willkommensein; die Bewillkommnung; Willkommensgeld an den neuen Landesfürsten; Bewillkommnungstrunk (den w. drinken, todrinken, bringen); der grosse Becher dazu.

wille-kome, -komen, adj. willkommen, angenehm, lieb; sî w.! als Gruss; w. hêten, w. heissen; Compar. wil-komere oder lêver wilkome.

wille-komen, sw. v. bewillkommnen, begrüssen; auch ironisch: übel empfangen.

wille-kor(e), st. m. freier Wille, Belieben, freiwillige Entschliessung; Einwilligung, Zustimmung; e. durch gegenseitige Zusage entstandener Vertrag; überh. Beliebung, Bestimmung, Rechtssatzung, Statut: w. dôn, maken; festgesetzte Strafe, Brüche: w. geven.

willekor-brêf, Urkunde über einen wille-kore.

wille-koren, sw. v. freiwillig versprechen, geloben; freiwillig oder einträchtig erwählen, belieben, festsetzen, (als Schiedsrichter) entscheiden, seine Zustimmung wozu geben, bestätigen.

wille-korer, arbiter, arbitrator.