Für eine Zeitlang wohl mag Satan siegen,
Sein finstres Reich hält er für sicher dann,
Gerechter Männer Bitten unterliegen,
Des Himmels frohe Botschaft langt nicht an.
Doch harr' im Glauben aus, bald wird ersprießen
Das Samenkorn, das zu ersticken schien,
Von Zions Höhen wird ein Regen fließen
und fruchtbar durch das Land der Dürre ziehn.
Dann lacht die Flur und wird mit Grün sich schmücken
Jehovahs Preis das bange Herz beglücken.

[Zweites Kapitel]
Die Gesandten des Zulukönigs

Als sich nach der Beendigung des nächtlichen Gottesdienstes unter den Familien der hier versammelten Buern die Nachricht verbreitete, daß Pieter Maritz allein zurückgekehrt war und seinen Vater verloren hatte, da erhob sich allgemeines Klagen. Es war ein schlimmer Tag gewesen. Außer Andries Buurman, der in der Höhle von Makapanspoort sein Leben ausgehaucht hatte, war noch ein anderer tapferer Mann im Kampfe tot geblieben, und drei Buern lagen an ihren Wunden danieder. Klaas Buurman, der Bruder des Andries und Oheim des Knaben Pieter Maritz, ließ sich von seinem Neffen erzählen, was geschehen war, und führte ihn dann zu einem der großen Wagen, wo die Familie des Verstorbenen wohnte. Hier lagen des Knaben jüngere Geschwister, eine stattliche Schar von fünf Knaben und drei Mädchen, in sanftem Schlummer unter der schirmenden, hochgewölbten Decke, neben dem Wagen aber war eine Frau von starkem Wuchse eifrig beschäftigt, für die Zugochsen zu sorgen. Zwei Schwarze in wollenen Hemden mit nackten Armen und Beinen gingen ihr dabei gehorsam zur Hand, schütteten den Tieren Heu vor, gaben ihnen Wasser und wuschen ihnen die vom Joche wund gedrückten starken Nacken. So erfüllte die wackere Gattin außer den Pflichten der Mutter auch die des Hausherrn.

Als sie ihren ältesten Sohn mit den Waffen und dem Pferde des Vaters in Begleitung des Klaas langsam und mit bekümmerter Miene herankommen sah, ging sie ihnen festen Schrittes entgegen, strich das lange goldblonde Haar vom Gesichte zurück und blickte ihren Sohn fragend an. Sie hörte die traurige Botschaft, und die Thränen rannen ihr langsam und schwer über die Wangen herab. Währenddessen drängten sich die schwarzen Dienstboten heran, indem sie die Ochsen und den Wagen verließen, wechselten Blicke untereinander und murmelten: »Der Baas ist tot, der Baas ist tot.«

»Elisabeth, dein Mann ist tot,« sagte Klaas Buurman, indem er der bekümmerten Frau seine breite Hand auf die Schulter legte, »aber vergiß nicht, daß ich sein Bruder bin. Ich will auch dein Bruder sein.«

Die Frau drückte ihm die Hand, und dann umarmte sie ihren Knaben und weinte an seinem Halse. Endlich richtete sie sich auf, wischte die Thränen ab und sagte: »Pieter Maritz, das Pferd ist müde.«

Der Knabe führte das Tier zur Seite und versorgte es, die Frau schickte die Schwarzen an die Arbeit zurück und legte selbst mit Hand an, Klaas aber wandte sich zu seinem eigenen Wagen.